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Auf unserer Recherchetour führte uns der Weg natürlich auch in die Geburtsstadt des Marquis.
In Paris in der Rue Conde wurde er am 2.6.1740 geboren.
Dem Priester unterlief bei der Namensgebung jedoch ein Fehler. Anstatt ihn nach dem Wunsch der Familie auf die Namen Donatien, Aldonse, Louis, Comte de Sade zu taufen, benannte er ihn Donatien, Alphonse, Francois. So begann schon mit seiner Geburt ein etwas schwieriges Verhältnis mit der Kirche.
Bis zum 5. Lebensjahr verbrachte er hier seine Jugend. Danach wurde er zu seinem Onkel in die Provence geschickt.
1750, er war gerade zehn geworden, holte sein Vater ihn zurück nach Paris und schickte ihn auf das Gymnasium Louis le Grand. Es waren harte Jahre inmitten lüsterner Lehrer und permanenter Körperstrafen.
Auch zwei seiner größeren Skandale fanden in Paris statt. Der erste war die "Affaire Testard" bei der der Marquis 1763 eine Prostituierte in seiner Wohnung in der Rue Mouffetard zwang ein Jesuskreus zu schänden und sie danach auf heftigste auspeitschte.
Der zweite war die "Affaire Rose Keller" im Jahre 1768. Der Marquis sprach am Place de Victoire eine Bettlerin an und nahm sie mit nach Arcueil, einem Vorort von Paris. Dort hatte er eine kleine Wohnung in der Rue de Lardenay extra für seine Ausschweifungen angemietet.
Rose Keller war in dem Glauben mitgefahren dort sauber machen zu sollen, doch der Marquis fesselte sie nackt auf sein Bett, peitschte sie aufs Heftigste, bis er zum Orgasmus kam.
Aufgrund dieser und anderer Vorkommnisse und seinen Schriftenl wurde er mehrfach ins Gefängnis gesteckt. In Summe saß er über 30 Jahre im Knast. Meistens saß er dort durch die Intervention seiner Schwiegermutter die Sorge um den Ruf der Familie hatte oder durch geheime Haftbefehle des Königs.
In Paris gibt es zwei Gefängnisse in denen er einsaß- Vincennes und die Bastille. Von der Bastille gibt es keine Reste mehr, außer ein im Boden eingelassener Umriß der ehemaligen Fundamente (Siehe Foto). In Vincennes laufen gerade umfangreiche Renovierungsarbeiten, so dass man den Turm in denen der Marquis einsaß leider nicht besichtigen konnte. Aber schon die Aussenansicht von Vincennes läßt einen erahnen wie sich der Marquis fühlen musste, als er hier einsaß.
Seine letzten Jahre verbrachte er in der Irrenanstalt Charenton, in der er auf unbestimmte Zeit zwangsweise eingesperrt wurde. Viele seiner großen Werke entstanden hier und in der Bastille. Ohne diese "Musezeit" hätte der Libertin wohl nie diese Werke hervorgebracht.
Gestorben ist am 2.12.1814 in Charenton. Er wurde im dortigen Friedhof beigesetzt und bereits wenige Jahre später exhumiert. Sein Schädel wurde entnommen. Wo der Schädel und sein Leichnam abgeblieben sind ist heute unbekannt.

Zum ersten Teil
Zum dritten Teil

Fundament der Bastille (Weißer Kreis)

Rue de Conde- Geburtshaus

Arcueil- Rue de Lardenay

Vincennes

Place de victoires

Friedhof Charenton