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Der 27.04.2006 ist der 8. Todestag von Pauline Réage, der Autorin der "Geschichte der O". Aus diesem Anlass wurde bei
Christie's in Paris der erste Teil der Bibliothek Gérard Nordmann mit 431 Losen versteigert. In den rund tausend Büchern, Autographen, Briefen und Dokumenten von Apollinaire bis Voltaire samt Illustrationen von der Renaissance bis ins zwanzigste Jahrhundert, die der Schweizer Geschäftsmann Gérard Nordmann (1930 bis 1992) im Lauf der Jahre zusammengetragen hat, dreht sich alles nur um eines der ältesten Themen der Menschheit: das der Liebe und ihrer erotischen Ausformungen. Vor einem Jahr hat die Witwe des Sammlers erstmals 135 Objekte in der Ausstellung mit dem schönen Titel "Eros invaincu" in der Genfer Stiftung Martin Bodmer der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Zur Versteigerung kam das vollständige Manuskript der "Geschichte der O", dem das Manuskript von "Retour à Roissy", ein Text von 1969, beigefügt ist. Die Original-Handschrift wurde von der Autorin im Bett mit Bleistift in mehrere Schulheften geschrieben und brachte EUR 85.000,-- . Die Hefte liegen in einem maßgeschneiderten Pappkarton.

Der 1954 bei Jean-Jacques Pauvert in Paris unter dem Pseudonym Pauline Réage veröffentlichte Roman "Histoire d'O" sorgte für einen Skandal. Lange wurde über den Verfasser gerätselt, bis Dominique Aury, die ehemalige Geliebte des Dichters Jean Paulhan, für den sie die glühenden Zeilen verfaßte, sich 1994 im "New Yorker" offiziell als Autorin zu erkennen gab.

Eine amerikanische Erstausgabe des Buches wurde für EUR 2.600,-- versteigert, eine in Leder gebundene französische Luxusausgabe für EUR 350,--.

In der Verdammung jeglicher Moral ist jedoch kaum einer so weit gegangen wie der "göttliche Marquis" Donatien Alphonse François de Sade, aus dessen Hand ein Ensemble von Notizen zu "La Nouvelle Justine" angeboten wurde. Die drei mit brauner Tinte beschriebenen Blätter zur 1797 erschienenen Neufassung des Romans "Justine ou les malheurs de la vertu" von 1791 gehören zu den seltenen Manuskripten Sades in Privatbesitz und brachten EUR 135.000,-- . Der Gesamtauktionswert des ersten
Teils der Bibliothek Gérard Neumann ergab über eine Million Euro.

Anwesend waren neben einem Fernsehteam von Arte auch der Korrespondent der Schlagzeilen, der am Vorabend auch die Möglichkeit hatte, Fotos der Handschrift von Pauline Réage anzufertigen.