Der Begriff Spindmädchen oder englisch pin-up girl (=Mit Reißzwecken aufhängen) bezeichnet das üblicherweise in erotischer Pose dargestellte Bild einer Frau, dass an Wände geheftet wird. Ursprünglich dienten dazu ausgeschnittene Fotos aus Magazinen, die in die Spinde der Soldaten geheftet wurden. Irgendwann gab es dann die so genannten Centerfolds. Das waren ausklappbare Bilder in der Mitte der Magazine, die genau diesen Markt bedienten. Zeitungen wie die Bravon und der Playboy führen diese Tradition immer noch fort.
Inhaltlich sind auf den Bildern hübsche, junge Frauen in verschiedensten Posen zu sehen. Meist haben diese Bilder erzählende Aspekte. Sie zeigen Szenen des Alltagslebens der Mädchen, in denen ihnen manchmal kleine Missgeschicke passieren. Die Szenen sind häufig erotischer Natur, aber eher andeutend als enthüllend. Selbst wenn man scheinbar Einblicke bekommt (z.B. unter einen vom Wind empor gehobenen Rock), sind diese der Fantasie des Betrachters überlassen und bilden nichts wirklich deutlich ab. Normalerweise sind die original Pin-up-Girls bekleidet, es gibt auch ganz oder teilweise nackte Mädchen auf den Bildern, aber diese sind nicht die Regel.
Marylin Monroe spielte ebenfalls häufig mit den Pinup Fantasien, zum Beispiel in der berühmten Szene, als der Aufwind eines U-Bahn Schachtes ihren Rock hoch blies.
Zu Anfang in den zwanziger Jahren waren die Pin Ups übrigens gezeichnete Bilder, erst später wurden auch Fotografien eingesetzt. Die Zeichnungen hatten den Vorteil, dass man einerseits natürlich die weiblichen Vorzüge nochmals betonen konnte, und andererseits die strengen Sittenwächter sich schwerer taten, Zeichnungen zu indizieren. Waren die Bilder zu Anfang daher sehr prüde, so gab es auch rasch einen Undergroundmarkt für erotisch- pornografische Pinups. Mit Einzug der Fotografie wurden dann richtige Stars geboren und mit dem Sinken der Prüderie wurden die Bilder immer erotischer. Betty Page ist wohl die Bekannteste Vertreterin.
Die Pin-up-Art, wurde 1980er Jahren offiziell zur Kunstform erhoben. Bis dahin wurden sie als Illustration betrachtet. So wurden Groschenromane, Zeitschriften- und Magazincover, aber auch die Titelseiten von seriösen Magazinen wie der „Times“, mit Pin-ups illustriert. Man kann die Pin-ups daher auch als Alltagskunst bezeichnen.
Auch Künstler wie Eric Stanton und Alberto Vargas verwendeten Pinups in ihren Comics und Kunstschaffen.
Neben Betty Page war Tempest Storm die bekannteste Vertreterin. Aber auch heute gibt es sie noch. Als Meisterin der „New Burlesque” wird die viel fotografierte Amerikanerin Dita von Teese gehandelt, die Ehefrau des Schockrockers Marilyn Manson. Sie erregte durch ihren Glamour und einem Bad in einem überdimensionalen Sektkelch weltweites Aufsehen.
Literatur:
Charles G. Martignette, Louis K. Meisel: The Great American Pin-Up. ISBN 3-8228-8497-9
Weblinks:
www.pinup-art.de Zur Geschichte der Pin-up Kunst mit riesiger Sammlung von Werken
www.mutoworld.com Geschichte und Einzelheiten, englisch
http://www.thepinupfiles.com



