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Mein Name ist ...

Mein Name ist Desideria. Ich bin 1979 geboren und lebe in Berlin. Ich arbeite dort in einem kleinen Unternehmen und bin die rechte Hand des Chefs. Ich genieße sein vollstes Vertrauen, doch gleichzeitig bedeutet dies viel Verantwortung für alles, was in der Firma geschieht, aber auch für jeden einzelnen Mitarbeiter.
Ich bin gerade in den heiligen Stand der Ehe getreten. Heilig? Nun, was ist schon heilig? Ja, ich habe gerade geheiratet. Bin also vergeben. Doch wer glaubt, dass ich jetzt gesittet und artig, brav nur dem Willen des Gatten folge, der täuscht sich ganz gewaltig. Denn es hat sich nichts verändert.
Ich liebe das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen, mit seinen aufregenden Begebenheiten, mit seinen nachdenklichen Momenten, mit seinen einzigartigen Augenblicken, aber auch mit den traurigen oder schmerzhaften Erfahrungen, die es bereithält. Die besten Geschichten schreibt bekanntlich das Leben selbst. Da ist was Wahres dran. Und damit ich mich darin nicht verliere, schreibe ich es auf. Schon lange. Schon immer. Es gilt, das Wesentliche nicht aus den Augen zu lassen, denn der Grat zwischen Phantasie und Wirklichkeit, zwischen Moral und Freiheit, zwischen Normalität und dem Anderssein ist sehr schmal. Vielleicht reizt es mich deshalb, auf ihm zu wandeln?

Mein Leben war schon immer etwas chaotisch und wird es das auch bleiben. Ich kann eben nicht nur geradeaus gehen, geradeaus denken, geradeaus leben. Ich trage zwei Seelen in mir, die unentwegt um die Oberhand ringen. Anfänglich glaubte ich noch, mich entscheiden zu müssen, doch inzwischen habe ich das aufgegeben, weil ich es nicht kann. Ich habe eben zwei Seiten und beide wollen ausgelebt werden. Das ist zugegeben häufig sehr schwierig und treibt mich so manches Mal echt in den Wahnsinn und genau das endet dann immer im Chaos: Wenn meine Rationalität von Emotionen davon geschwemmt wird, wenn ich meine Gefühlswelt selbst gehörig zur Ordnung rufe, wenn mir eine Frau den Kopf verdreht, wenn ich in den Armen meines Mannes liege, wenn die Vernunft meine Sinne kontrolliert, wenn die Liebe mich gefangen hält, wenn Unterwerfung und Schmerz für mich das höchste der Gefühle sind, wenn das Leid und die Kapitulation anderer für mich die wahre Erfüllung sind, wenn ich mich in Phantasien verlaufe, wenn ich keine Zeit zum Träumen habe, wenn ich mich fallen lasse, wenn ich mich nicht fangen lasse, wenn ich mich willenlos ergebe, wenn ich mir meiner Stärke bewusst bin und kämpfe…

Ich bin widersprüchlich? Aber nicht doch. Das lässt sich alles nicht vereinbaren?
Nun... dann seid willkommen in meinem Leben!

Desideria

01.09.06

Ihr könnt mir auch gerne unter desiderium@gmx.net ein Feedback geben

Desideria's Tagebuch

Samstag, 28. Juni 2008 - 22:22 Uhr
Rotlicht


Ich mag es, auf diese Weise einkaufen zu gehen und gehöre nicht zu denen, die rot anlaufen, wenn die Signallampen am Ausgang noch einmal aufleuchten, weil einer der Artikel zwar von mir bezahlt, aber nicht korrekt entwertet wurde. Ich liebe die peinlich berührten Entschuldigungen, die einem die Verkäuferinnen zu flüstern. Wäre ich tatsächlich so prüde, würde ich übers Internet bestellen und nicht in ein Sexshop. Ach, was heißt Sexshop. Das klingt eher nach einem kleinen Hinterhof-Schmuddelgeschäft.

Ich habe mein kleines Stammkaufhaus, es gibt einen separaten SM-Bereich und einen für Vanillas; Kinos und Videokabinen schließen sich an, es gibt Unmengen von Zeitschriften, Spielzeug – kurz es gibt alles, was das Herz begehrt.

Ich möchte unser Repertoire erweitern; ich liebe unsere Seile, ich liebe die Knoten, ich liebe die zarten und doch sehr erregenden Verschnürungen auf nackter Haut. Stundenlang könnte ich Sebastian dann betrachtet, die Muster bewundern, seinen Körper bestaunen, der dann herrlich zur Geltung kommt. Doch so eine Verpackung braucht auch seine Zeit, manchmal denke ich jedoch, es muss auch mal schneller gehen; einige Haken, einige Ösen und fest ist fest. Manschetten wären gut, denke ich, für die Hand- und Fußgelenke; Karabiner werde ich im Baumarkt erstehen, da fällt der Sexaufschlag weg. Halsband? Knebel? Nun, wir werden sehen, alles eine Frage des Preises und der Qualität. Zwei Stunden vor Ladenschluss fliege ich in das Kaufhaus. Vor den Kinokabinen drängen sich zahlreiche Männer, um sich bei Pornos einen runterzuholen. Ich lächele. Ist nicht unbedingt mehr das, was mich erregt; habe zu viele davon gesehen, zu viele Pornos, zu viele Männer und sogar selbst solch ein Kino eingerichtet. Obwohl, das war wohl eher eine Mischung aus Darkroom und Sexkino. Nun, wie dem auch sei. Wer das Rotlichtmilieu oder auch die (Sex)Szene kennt, bekommt einen anderen Sinn für Erotik. So war es jedenfalls bei mir. Ich lächle immer noch die Männer an. Dann nehme ich die Rolltreppe zu meiner Abteilung. Zwei Stunden werden knapp, aber es wird schon gehen.

An der Kasse steht eine etwas gelangweilte Dame, sie löst ein Kreuzworträtsel, glaube ich. Erinnert mich an bisschen an meine Zeit; wir haben damals auch Unmengen von Blödsinn gemacht, wenn die Herren anriefen und Termine machten oder persönlich vor der Tür standen und um Einlass und Erleichterung baten, Schweigepflicht verlangten oder Passwörter für schmutzige Seiten forderten… bei der Erinnerung muss ich lachen. Sie sieht kurz auf, dann wieder auf ihr Heft. Ein Lächeln hat sie nicht übrig. Schade. Wir hatten damals sehr viel Spaß an unserer Arbeit. Aber gut, auf geht’s.

Ich wühle mich durch das Angebot; Knebel gibt es aus Kunststoff, aus Latex, aus Holz, Durchmesser von 4 bis 7. cm. Die Fesseln in breiter und schmalerer Ausführung. Halsbänder in Massen. Die wird man wohl in einer Zoohandlung günstiger bekommen. Ok, Halsband gestrichen. Es betritt ein junges Pärchen den Bereich; er auf chic getrimmt, sie etwas legerer, beide steuern auf die Latexausrüstung zu, stöbern in den Kleidern. Ich nehme Maß; hm, würde ihr gut stehen, so ein Latexkleidchen. Prompt hat sie sich eines – in Rot - ausgesucht und verschwindet in der Umkleidekabine. Wenig später kommt sie heraus, in einem hautengen (wie überflüssig, ist Latex doch immer) roten Kleid und sieht absolut heiß aus. Scheint sie allerdings nicht öfter zu tragen, sie bewegt sich nicht so geschmeidig wie in ihrer Alltagskleidung. Er finde es natürlich chic, doch sie fragt mich. „Sehr heiß“, sage ich, „sehr heiß.“ Sie errötet leicht und verschwindet. Ich versuche mich wieder darauf zu konzentrieren, weshalb ich hier bin. Plötzlich fallen mir die Peitschen in den Blick und ich muss lachen. Ich weiß noch, als ich die erste Peitsche gekauft habe.

Es spielt keine Rolle, ob man Gerten und Peitschen im Reitsportladen oder in einem Sexshop kauft; bei ersterem gibt’s Sportaufschlag, bei zweiterem Perversenaufschlag. Aber ein Sexshop hat ein bisschen etwas Verruchtes und mit Sebastian war es eine wahre Wonne. Er schlich damals um die Regale von sämtlichen Sexartikel, verweilte länger bei Fesseln und Co, wagte aber keine Peitsche zu berühren. Als wäre er bei dem Anblick in eine Andacht gefallen. „Soll ich eine mitnehmen?“ hatte ich gefragt. „Wenn Du willst“, hatte er genuschelt. „Ich habe Dich nicht verstanden, möchtest du, dass ich eine mitnehme?“ – „Mach doch.“ Ich weiß nicht, ob es Trotz war und sein sehnlichster Wunsch. Mir war es recht und so erstand ich an jenem Tag meine erste Peitsche. Ich komme ins Grübeln, wie lange war das jetzt her?

Doch darum geht es heut nicht.

Dienstag, 10. Juni 2008 - 22:30 Uhr
Das Date


22 Uhr ist ausgemacht. Ein Date. Mir wird flau im Magen. Es ist lange her, ziemlich lange. Zu lange. Deshalb das Date. Ob er pünktlich sein wird?

Nun gut, einiges habe ich selbst noch vorzubereiten. Ein Blick auf die Uhr sagt mir, noch knapp eine Stunde Zeit. Das sollte zu schaffen sein. Duschen oder Baden? Ich liebe baden. Somit ist die Entscheidung gefallen, trotz des Zeitdruckes. Rasieren natürlich, ganz glatt, erst dann ist es richtig samtweich. Eincremen finde ich unpassend. Klar, man riecht gut, aber Cremegeschmack auf der Zunge ist nicht das Wahre.

Das Bett ist frisch bezogen, der Koffer ist ausgepackt, alles liegt griffbereit. Fast liebevoll lasse ich die Stricke durch meine Finger gleiten, heute werden sie vielleicht etwas verpacken. Kräftig schließt sich meine rechte Hand um den Griff der Peitsche. Eine Katze – neunschwänzig? Nein, wenn es das gibt, dann dreizehnschwänzig. Rechts? Links? Für mich spielt es keine Rolle. Mit der rechten Hand habe ich die bessere Kontrolle. Zudem bin ich mit dem Utensil noch nicht so recht fit. Ob ich sie heute gebrauchen werde? Das weiß ich noch nicht. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Muss ich denn immer alles planen?

Nein, nicht immer. Manchmal lasse ich mich gern treiben. Führen von dem, was sich ergibt; was zur Situation passt und was er mit sich machen lässt und was ich gern machen will.

10 vor 10. Die Kerzen brennen schon. Ich warte, eingekleidet in Korsage, String und Stiefel, mal in Schwarz, ungewöhnlich für mich.

Punkt 22 Uhr klopft es. „Ja“, rufe ich. Er betritt mit einer Augenbinde das Zimmer, nackt. Ich grinse. Zum Glück sieht er es nicht. Hatte ich ihm gesagt, er soll nackt erscheinen? Ich glaube nicht, aber es ist praktisch. Jemanden auszuziehen, der bereits gefesselt daliegt, ist sehr mühselig. „Komm her“, fordere ich ihn auf. Vorsichtig setzt er einen Fuß vor den anderen, bis ich „Stop“ sage. Augenblicklich bleibt er stehen. Nichts zu sehen macht ihn an, ich weiß es und sehe es. Ein Lächeln huscht über mein Gesicht. Ich lenke ihn vor das Bett, so dass ich ihn, mit einem Stoß in die Kissen werfen kann. Er bremst den Fall mit den Händen ab, versucht es zumindest. Ich weiß wie schwierig das ist, ohne etwas zu sehen. Schließlich sitzt er auf der Bettkante, die Hände seitlich neben ihm. Diese nehme ich und lasse sie über meinen Körper gleiten. Er kann zwar nicht sehen, was ich trage, aber er kann es fühlen. Die Reaktion folgt prompt, sein Atem wird schneller, seine Erektion größer. Das reicht jedoch, blitzschnell schlingen sich die Seile um seine Hand- und Fußgelenke und innerhalb kürzester Zeit ist er bewegungsunfähig.

Blitzschnell ist übertrieben. Manchmal könnte es wirklich schneller gehen, doch Seile brauchen ihre Zeit.

Nichts zu sehen ist das eine. Wie ist es wohl nichts zu hören? Das werden wir heute ausprobieren. Dazu habe ich mir Schaumstoffstöpsel besorgt. Ich glaube zwar nicht an ihre Standhaftigkeit, aber was soll´s. Man drückt sie leicht zusammen, im Gehörgang entfalten sie sich wieder und verschließen somit die Ohren. So weit der Plan, so weit der Hersteller.

Die Realität sieht anders aus. Sie halten überhaupt nicht, ständig fallen sie heraus. Gelächter von beiden Seiten. Doch wenn ich mich den ganzen Abend um diese Stöpsel kümmere, so würden wir zu nichts anderem mehr kommen. Alternative: Stöpsel in den Gehörgang und die Augenbinde auch über die Ohren, das hält wenigstens ein bisschen.

Und einen Notiz ins Gedächtnis: Bei der nächsten Gelegenheit sollte ich selbst individuelle Ohrstöpsel anfertigen.

Schnell finden wir zum Ernst der Lage zurück. Was bleibt ihm auch anderes übrig, gefesselt und blind? Spätestens als ich meine Hand um seine Erregung schließe, ist er wieder ganz bei der Sache. Einige kräftige, gekonnte Bewegungen und sein Prachtexemplar entfaltet sich zu beträchtlicher Größe, während sich seinen Lippen bereits einen Stöhnen entringt. Doch er hat sich getäuscht, wenn er glaubt, dass das heute nur ein kurzes Masturbations-Intermezzo wird. Augenblicklich lasse ich die Finger von ihm, enttäuschtes Seufzen ist seine Antwort. Als Reaktion darauf, lasse ich mich mit weit gespreizten Beinen auf seinem Gesicht nieder. Seine Zunge findet ihren Weg, tief dringt sie zwischen die Lippen, nimmt gierig auf, was sich ihr präsentiert. Noch mehr drücke ich ihm meinen Schoß ins Gesicht. Früher hatte ich Sorge, ich könnte ihn dabei erdrücken. Manchmal tue ich das heute noch – mir Sorgen machen - schließlich bin ich nicht zimperlich, presse nun rhythmisch mein Becken an ihn, während seine Zunge in mir wühlt. Nicht sehen, nicht hören, nicht atmen – und mir schenkt er die höchsten Freuden.

Erst als ich mich ausgiebig befriedigt fühle, steige ich von ihm herunter und denke darüber nach, ihm eine Hand loszubinden, damit er es sich vor meinen Augen selbst machen muss. Schnell verwerfe ich den Gedanken jedoch und suche meinen Vibrator. Gute Dienste hat er mir bereits geleistet, wenngleich Sexspielzeug für mich niemals ein Ersatz für das männliche Original ist. Und wer weiß, vielleicht kann er ihm auch gute Dienste leisten. Vibrierend lasse ich die Nachbildung über das samtweiche Exemplar in meinen Händen gleiten. Und wie erwartet, reagiert er mit Erregung auf die Berührung. Ob er weiß, woher die Berührung stammt? Für mich ist es ein erregender Anblick, als die beiden Spitzen sich treffen – die Attrappe und die Urform.

Ich weiß, irgendwann wird beides echt sein. Und irgendwann werde ich dabei sein, wenn das Echte auf das Hintertürchen trifft. Solange muss ich mich mit einer Kopie zufrieden geben.

Jetzt brauche ich Gleitgel, viel Gleitgel, es kann niemals genug sein. Meine Finger dringen zwischen seine Hinterbacken, dehnen, massieren, bereiten vor, obwohl ich natürlich viel größeres Interesse hätte, ihm den Vibrator gleich in sein Fleisch zu zwängen – dann hätte ich zwei meiner Gelüste gleichzeitig befriedigt: Schmerz und Demütigung. Doch ich besinne mich, schließlich soll es der Anfang vom Ganzen und nicht bereits das Ende sein; er würde mir doch niemals wieder seine Kehrseite anbieten.

Plötzlich verändert sich seine Haltung, es scheint ihm zu gefallen. Schneller bewege ich meine Finger, berühre nur kurz sein Geschlecht, prompt entlädt er sich. Zugegeben die Reaktion überrascht mich, schließlich hatte ich noch einiges anderes vor. Aber jetzt weiß ich, woher die Redewendung: Abgehen wie ein Zäpfchen herkommt. Wer hätte das gedacht?


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