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Von unten lieben

mood_re ist 35, weiblich, lebt in Wien mit ihrem Partner in einer 24/7-Beziehung und ist devot.
Dem Schmerz kann sie zwar zunächst nichts abgewinnen, will aber trotzdem, dass er ihr zugefügt wird - irgendetwas umwegmasochistisches trägt mood_re also in sich.

Einfach gesagt: ich liebe von unten.
Die Perspektive ändert sich dabei nie, nicht zu bestimmten Zeiten tagsüber, nicht nachts und an keinem Tag der Woche.
Das Ganze funktioniert innerhalb eines klaren Machtgefälles, an dessen unterem Ende ich sitze.
Ich liebe unter Einbeziehung des gesamten emotionalen Spektrums, klammere also nichts aus, das zwischen Zweien an Gefühlen und Affekten möglich ist und möchte auch nicht, dass mir gegenüber etwas davon ausgeklammert wird.
Ich sehe nicht ein, wieso gerade große Dinge wie Liebe und Sexualität um entscheidende Teile erleichtert und damit kastriert und zurechtgeschnitten werden sollen.
Was ich bewusst hereinhole und einbeziehe, kommt nicht an der falschen Stelle und maskiert durch die Hintertür zurück.

Kontakt: mood_re@yahoo.de

Mood_re's Tagebuch

Freitag, 6. Juni 2008 - 19:30 Uhr
.

im Trieb

Kann gut sein, dass ich nie wirklich gewusst habe, wie man sich verhält. Besonders schwierig ist alles, was als selbstverständlich und einfach gilt.
Keine großen Dinge. Da gibt es Codes, Grußformeln und Verpflichtungen. Gut. Aber die fassen ja nichts Wesentliches. Das bleibt außen vor. Denken Sie etwa groß darüber nach, wie Sie jemanden ansehen, wie Sie jemanden ansprechen, den Sie zum zweiten Mal am Tag sehen?
Haben Sie Angst vor dem Moment, in dem das Lächeln Ihres Gegenübers sich verabschiedet? Haben Sie dann Angst, dass etwas einfriert oder etwas Falsches stehen bleibt? Kennen Sie diese Angst vor dem Nachhall?
Kennen Sie das: Sie wollen etwas sagen und drehen es in Gedanken bis das Gespräch sich längst in andere Richtungen gewendet hat. Dabei geht es nicht um Großes, nein. Am Schlimmsten sind die so genannten Selbstverständlichkeiten.
Das passiert Ihnen drei Mal in zehn Minuten. Vier Mal. Beim fünften Mal machen Sie sich Gedanken über Satzmelodien.
Meine größte Sorge übrigens ist noch immer, einen Witz nicht zu verstehen. Das meine ich ernst. Alle lachen, nur selbst ist man hinten geblieben.
In der Summe habe es aufgegeben. Neide den anderen die Leichtigkeit. Missgünstig bin ich nicht.

Beim Sex bin ich groß, wenn alles stimmt. Nach einer empfangenen Ohrfeige neige ich auch zu Halbsätzen.
Männer in ihrer Geilheit neigen ihrerseits zu Wiederholungen. Das tut mir gut. Beim zehnten Mal kommt auch bei mir was an.
Du bist eine Besonderheit. Gehst über mich und meinen selbstmitleidigen Saft hinweg.
Bei Dir komme ich erst gar nicht dazu, mich darin zu suhlen.
Bei Dir muss ich mich nur bücken und den Arsch frei legen.
Wenn Du mich fragst, stehe ich Dir Rede und Antwort und mein Schritt hat gefälligst blank zu sein.
Bei Dir bin ich im Trieb.

Meine Psychotherapeutin hat mich gefragt ob ich der Ansicht bin dass Du mich als Mensch wahrnimmst. Ganzheitlich.
Ich habe ihr gesagt, dass ich davon überzeugt bin, dass gerade das ein Fehler wäre.
Du näherst Dich mir von einer einzigen Ecke. Du besorgst es mir einfach bis ich brenne und bis der Tunnel zu meinem Nabel immer größer wird.
Du setzt Dich fort bis zu den Wangen und eventuell bis zum Mund. An Sonnentagen bis ins Hirn. Es könnte tatsächlich ein Sonntag sein – ich bin ein Sonntagskind – an dem Du den Schorf aufkratzt und ich ganz unbedarft bin.

Ich habe Dich gebissen, geschlagen und gekratzt. Wie man das nennt ist mir egal. Ich habe Dich beschimpft und dabei mich gemeint. Um Deine Augen hatte ich Angst. Vielleicht um meine. Wer weiß das schon bei diesen Verdichtungen. Fast hätte ich Dich gebeten, die spitzen Gegenstände aus dem Haus zu tragen.
Fast hätte ich vergessen, einigermaßen sauber zu kotzen. Du hast meinen Kopf gehalten, als es von unten kam. Nicht weniger, nichts sonst.
Danach habe ich übrigens so viel geredet, dass Du Dir vielleicht Stille gewünscht hättest. Egal.
Fast hätte ich Dich gebeten, die spitzen Gegenstände aus dem Haus zu tragen.

Wie viel Angst haben Sie? Spucken und beißen, regredieren Sie auch? Sehnen Sie sich auch danach? Werden Sie manchmal festgehalten? Keine großen Dinge.
Kann gut sein, dass ich nie wirklich gewusst habe, wie man sich verhält. Besonders schwierig ist alles, was als selbstverständlich und einfach gilt.

(c) itm aka "aus der asche"

Samstag, 26. April 2008 - 21:04 Uhr
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nur für Dich

den langen Tag will ich
Dir von den Sohlen lecken,
leg´ den Kopf so tief
an deine Beine

dass der Staub
frisst, dass das Blut
kommt, dass Du in
den Schläfen
bist und mir der Schlag

zum Schlaf und dass
ich unten wär für uns
und irgendwo
und nur für Dich

(c) itm

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