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Trotziger Stolz

* ist gar nicht mehr so trotzig
* ist weiblich, kurzhaarig, gefärbt und meistens ungeschminkt
* ist total monogam und überhaupt nicht bi
* lebt mitten im nordeutschen Mais (und findet Biogasanlagen total pervers)
* schreibt gerne und manchmal auch viel
* kann sich dabei nicht auf einen Stil festlegen,
* mal heftig, mal zart, mal kitschig, gruselig, nachdenklich ...
* und hat dabei am Anfang nur manchmal ein einziges Wort oder ein Bild im Sinn
* bewegt sich irgendwie zwischen Betriebsamkeit und Apathie durch das Leben
* kann mit Menschen die Prinzipien haben nicht viel anfangen
* bewegt sich lieber durch die Zeit als mit beiden Beinen fest im Leben zu stehen
* ist sich sicher das alles immer einen Sinn hat der sich uns irgendwann erschließt

Kontakt: trotzigerstolz@yahoo.de

Trotziger Stolz's Tagebuch

Mittwoch, 28. Juli 2010 - 13:44 Uhr
einfach



es ist so einfach
ich will so
geliebt werden
wie du
lieben willst

den Worten
folgen Taten
den Taten
das Leben

ein letzter Schlag
der Befreiung
ein erster Schlag
der Verbindung

es ist so einfach
zu sein
was man ist
zu leben
was in einem ist

so einfach
zu lieben
wie man ist


Montag, 19. Juli 2010 - 12:17 Uhr
er – klärungen


erklär mir
die Sicht dieser Welt
und wie wir uns
darin finden
das aus zwei Welten
eine wird

ich will mich
in deinen Worten suhlen
mich nähern, dich halten
mich in dich graben
in jeden Gedanken
den blutroten Muskel

will dich schicken
auf eine Achterbahnreise
im Wasserglassturm
dich erobern
und deine Welt
gefühlstaumelig
kopfüber stellen
will dich

in unseren Träumen
erinnern wir uns
an das was noch
kommen wird
daran dass wir uns
jeden Tag wieder
neu verlieben können
in uns


Freitag, 16. Juli 2010 - 16:11 Uhr
Kirschenzeit



Das Ziel kenn ich nicht
auch nicht den Sinn
verlier mich in losen
Gedankenspinnfäden
und seh dir zu
wie du dich lässig
in mein Leben lehnst
die Daumen locker
in meine Herzschlaufen hängst
und Schlinge um Schlinge
dich in mich knüpfst


***

selbstverständlich
ganz ohne Willen
schlägst du im Takt
mit Worten nach mir
greifst an mich
wo ich greifbar bin
und dringst dahin vor
wo ich dich lassen kann
sind gierig
aufeinander
jeder für sich
ahnen wir uns

***

tagträumende Gemeinsamkeiten
bis aus dem wollen
ein Wille wird
vielleicht auch nur
eine schillernde
Seifenblasenerinnerung
hab mir mitfühlend einen
wunschdenkenden Knoten
ins Haar geknüpft
und lass ihn wolkengleich
aufsteigen zu dir

***


im Kreidekreis der Verwirrung
ließ` ich dich frei
zerr` nicht am Ende
will nur ein Ganzes
mit Haut und Herz
legt sich
eine Schlinge um zwei
atemberaubend
zieht sie sich enger
zauberhaftsgleich
dieser Sturz
ohne Netz

***

wartend auf die
Kirschenzeit
spucken wir
die letzten Kerne weit
vollmundig genießen wir
bis dahin die süßen Früchte
nicht ohne Grund
aber ohne Zweifel
bin ich sicher
in dir


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