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Klappentext

Der Roman verknüpft zwei parallel verlaufende Erzählstränge miteinander.
Zum einen erzählt er die Geschichte von Arved und Verena, einem Paar, dass durch sexuelle Obsessionen miteinander verbunden ist. Zum anderen lässt uns der Marquis de Sade in der Ich- Erzählform an seinem Leben teilhaben. Der Marquis de Sade schildert alle seine Untaten, wie es dazu kam und welche Philosophie hinter seinem Gedankengut steckt. Beide Geschichten haben einen gemeinsamen Nenner.
Es sind die Orte an denen de Sade wirkte, die auch Arved und Verena besuchen.
Und auch sie werden in den Bann de Sade gezogen und erleben Tage der Lust, Leidenschaft und Libertinage.
Sie wandeln durch Lacoste, die Provence und besuchen auf den Spuren de Sades auch Paris, wo sich beide Erzählstränge zu einem gemeinsamen Ende vereinen.

Es ist aber auch die Annäherung zweier Menschen, die eine extreme Form der Sexualität leben. "Tortura Insominae" spinnt den Faden von "Tortura Fortune" weiter. Das Buch ist trotzdem keine Fortsetzung und somit muss man "Tortura Fortunae" nicht gelesen haben um dem Faden folgen zu können. Der Autor hat alle Orte in Frankreich besucht, in denen der Marquis de Sade lebte und seine Skandale produzierte. Daher enthält das Buch aus 22 Fotografien. Unter anderem vom Geburtshaus, dem Stammschloß, den Gefängnissen und der Anstalt in der der Marquis schließlich starb. Neben den erotischen Abenteuern der Protagonisten findet der Leser daher auch viele Informationen über das Weltbild de Sades vor dem Hintergrund seiner Zeit, ohne wissenschaftlich zu sein.

Leseprobe 1

Ich bin ...

„Es gibt Lippen, die sind der Eingang zur Hölle.“
Manfred Poisel


Gestatten Sie, dass ich mich Ihnen vorstelle. Mein Name ist Donatien, Alphonse, Francois, Comte de Sade. Sie werden mich allerdings Marquis de Sade nennen. Meine Herkunft und mein Stand gebieten Ihnen meiner Person diesen Respekt zu erweisen.
Meine Familie ist schließlich eines der ältesten Adelsgeschlechter Frankreichs. Unsere Geschichte begann bereits im Jahre des Herrn 1177. Ein kleiner Hirtenjunge namens Benezet hütete die Schafe, als ihn Jesus Christus selbst dazu aufforderte nach Avignon zu gehen um dort eine Brücke zu bauen. Der Junge wandte ein, dass er nichts vom Brückenbau verstünde, aber Jesus versprach ihm, dass er dieses Problem schon lösen würde. Also machte sich Benezet auf den Weg nach Avignon. Dort angekommen, unterbrach er eine Predigt des Prälaten und teilte ihm sein Ansinnen mit und dass er von Jesus Christus selbst berufen sei. Der Prälat lächelte über den dummen Jungen und schickte ihm zum Stadtrichter. Auch dieser lachte ihn aus, bot ihm aber Folgendes an:
„Wenn du den Stein, der vom Bau meines Palais übrig blieb, und den dreißig Männer nicht verrücken konnten, aufzuheben vermagst, so werde ich dir glauben und du wirst deine Brücke bauen.“
Hocherfreut ging Benezet zum Prälaten und willigte in das Gottesurteil ein.
Alle Bewohner Avignons folgten dem Jungen. Benezet packte den Stein, trug ihn spielend leicht ans Ufer der Rhone und setzte ihn an die Stelle, an der die Brücke ihren Anfang haben sollte. Zehn Jahre später stand die Brücke und bis heute kann man im Inneren unter dem ersten Brückenbogen das verwitterte Wappen derer von de Sade erkennen. Noch heute kennt jedes Kind die alte Volksweise, die von dieser Brücke berichtet.
„Sur le pont d’Avignon ...“
Benezet war kein anderer als Louis de Sade, der erste bekannte Vorfahr von mir. Unsere Familie ist sogar entfernt mit den Grimaldis und den Medicis verwandt.
Doch zurück zu unserem Wappen, dem Sinnbild unserer Ehre. Unser Wappen besteht aus einem achtzackigen Stern und drei Adlerschwingen. Einer Legende nach symbolisiert dieser Stern auch unsere Abstammung von den Heiligen Drei Königen, die diesem Stern folgten.
Also, du Wicht, verneige dich vor meiner Herrlichkeit.
Und nun sei aufmerksam und dankbar, denn ich werde dir mein Leben erzählen. Höre gut zu und wage es nicht mich zu unterbrechen.

Ich wurde am 02. Juni 1740 in Paris geboren, und bereits bei meiner Namensgebung schlug mein Schicksal zu ... so wie es immer wieder mein Leben umkrempeln würde.
Ich sollte sofort in der Kirche Saint-Sulpice getauft werden. Da aber meine Taufpaten nicht anwesend waren und auch mein viel beschäftigter Vater keine Zeit dafür hatte, waren während der Zeremonie nur ein Priester und zwei Hausangestellte anwesend.
Irgendwie schien dieser Priester betrunken zu sein oder die Hausangestellten hatten ihm einen falschen Namen genannt. Auf jeden Fall taufte er mich entgegen dem Wunsch der Familie nicht auf die Namen Donatien, Aldonse, Louis, Comte de Sade sondern auf Donatien, Alphonse, Francois. So begann schon mit meiner Geburt mein etwas schwieriges Verhältnis zur Kirche.
Mein Vater beließ es dabei, ICH hätte mir diesen Kretin zur Brust genommen und ihn mit meinem Dolche durchbohrt!
Die nächsten Jahre wuchs ich in Paris auf. Wir, das heißt meine geehrte Mutter und ich, wohnten im Hotel Conde in der Rue de Conde Nummer 9, während mein Vater in Deutschland weilte und sich mit zahlreichen Liebschaften vergnügte. Wir lebten standesgemäß in einem weitläufigen Appartement inmitten alter Meister, teuren Inventars, Juwelen und beflissenen Dienstpersonals. Das Hotel war damals im Besitz des Grafen von Charolais. Der Graf war ein wilder Geselle und beeindruckte mich mit seiner Durchsetzungskraft. Eigentlich gebührt ihm und nicht mir das Recht Namensgeber des Sadismus zu sein. Aus Spaß schoss er die Dachdecker von den Dächern und schrie „Hurra!“, wenn er einen getroffen hatte und dieser kopfüber in die Tiefe stürzte. Zudem war er ein rasend eifersüchtiger und aufbrausender Mann und ein Nein einer Frau konnte und wollte er nicht akzeptieren; schon gar nicht, wenn es von einer Frau niederer Herkunft ausgesprochen wurde. Eine hübsche Schauspielerin namens Delisle, die sich ihm verweigerte, jagte er quer durch ganz Paris, riss ihr die Kleider auf offener Straße vom Leib und verprügelte sie und ihre Lakaien schließlich. Danach brachte er die nackte, zitternde Frau in sein Haus und verlustierte sich in jeglicher Art und Weise mit Ihr. Ab sofort war sie fügsam und der Graf besuchte sie von nun an regelmäßig um sich mit ihr zu vergnügen. Doch schon bald verlor er allerdings das Interesse an ihr und er suchte sich ein anderes Opfer ... und die gab es reichlich. Natürlich gab es Beschwerden und Anzeigen, aber aufgrund seiner hochadeligen Herkunft sprach ihn der König jedes Mal von allen Anklagen persönlich frei. Der Graf erzählte mir voller Stolz von einem Treffen mit dem König, bei dem ihm dieser mitteilte, dass er gerne einmal denjenigen freisprechen würde, der ihn, den Grafen, umbringen würde.
Ja, damals hatten wir aufgrund unserer hohen Geburt das Recht uns zu nehmen, was wir wollten.
Wer wollte es uns denn verwehren?
Das niedere Volk?
Etwa der Glaube an das Paradies oder die Hölle?
Glauben sie denn wirklich an einen Gott, an eine höhere Gewalt, welche die Bösen bestraft und die Guten ins Paradies aufnimmt?
Der Glaube betrügt das dumme Volk, das es nicht besser weiß.
Wir waren die Herren, gebildet, feinsinnig und die Führer einer armseligen Ansammlung von Bauern und Tölpeln, die uns Tribut zollten ... und wenn es die Jungfräulichkeit ihrer schönsten Töchter oder die Ehre ihrer Frauen war.
Als ich fünf wurde, schickte man mich nach Saumane in die Nähe von Avignon. Saumane ist eine schreckliche Festung; wer draußen ist, kommt nicht hinein und wer drinnen sitzt, nicht hinaus, ... zumindest nicht, wenn der Burgherr es nicht wollte. Dies war das erste Gefängnis, in das ich verbracht wurde, auch wenn ich es jederzeit verlassen konnte. Denn schließlich gehörte uns das Schloss bereits seit vielen Generationen und vielleicht war es auch hier, dass ich die erste Vision meiner „120 Tage von Sodom“ empfing.
Mein Onkel sollte sich meiner annehmen, um im Auftrag meines Vaters an meiner Erziehung zu feilen. Eine Aufgabe, die er nicht wirklich ernst nahm. Der alte Herr Graf hatte ein Faible für die Literatur und neben den vielen Klassikern nannte er auch einige erotische Werke sein Eigen. Er unterhielt regen Schriftverkehr mit Voltaire und schrieb an einem Buch über Petrarca. Seine eigenen schriftstellerischen Versuche waren aber eher kläglich.
Ich, und nicht er, war dazu auserkoren in die Unsterblichkeit der Schriftsteller und Philosophen aufzusteigen.
Da ihm aber das Lesen und Schreiben nicht genügte, vergnügte er sich nebenher mit zwei ausgesprochen hübschen Frauen- einer Mutter und ihrer fast minderjährigen Tochter. Die Tochter war der Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten. Beide waren groß gewachsen, von schöner Statur und besaßen lange, schwarze Haare. Es waren typische Frauen der Provence mit markanten Gesichtszügen und dunkler Haut. Sie führten ihm nicht nur den Haushalt, sondern waren auch für seine Befriedigung verantwortlich. Und wehe, sie kamen seinen Befehlen nicht rasch genug nach. Ich beobachtete meinen Onkel öfters bei seinem Treiben und war schon bald von dem Tun, das ich noch nicht verstand, fasziniert.
Wenn sich die Dunkelheit über Saumane ausbreitete, wurde ich zu Bett geschickt. Doch mein unruhiger Geist trieb mich dazu durch die dunklen Hallen zu wandeln und den schönen Garten zu durchstreifen. Ich liebte den Geruch der Nacht, mit dem Hauch von Pinien und dem klaren Nachthimmel, der von Millionen von Lichtpunkten übersät war. Wenn das kleine Dorf zu Füßen der Burg schlief, erwachten die Geräusche der Dunkelheit. Zikaden eröffneten ihr lautes Konzert unterstützt vom Gesang der Nachtlebewesen. Nur im Arbeitszimmer meines Onkels brannte noch Licht.
So kam es, dass ich Zeuge der nächtlichen Aktivitäten meines Onkels wurde. Seltsame Geräusche ließen mich heimlich von außen durch das Fenster in die Privatgemächer meines Onkels blicken.
Die beiden Frauen waren nackt und zum ersten Mal sah ich das große Mysterium eines Frauenkörpers, das noch mein weiteres Schicksal begleiten sollte.
Die Mutter war etwas größer und fülliger gebaut als die noch junge Tochter. Sie hatte große schwere Brüste, denen man ansah, dass sie schon einmal ein Kind gestillt hatten. Ihr Becken war ausladend und ein dichter Busch schwarzen Haares schützte ihre Scham vor Blicken.
Die Tochter lag hingabevoll ausgestreckt auf dem großen Eichentisch und ließ ihre Beine achtlos über die Kante baumeln. Mein Onkel stand mit heruntergelassener Hose zwischen ihren geöffneten Schenkeln. Seine kräftigen Hände hatte er unter ihre Hüfte geschoben. Er schnaubte laut und sein Kopf war rot angelaufen, während er seinen Unterleib heftig gegen das Mädchen stieß. Ab und an beugte er sich über das Mädchen, nahm die kleinen, dunklen Brustwarzen zwischen die Zähne und zog an ihnen. Das Mädchen fing jedes Mal zu quietschen an und schob ihn mit den Armen weg.
Das waren also die seltsamen Geräusche, die meine Neugier weckten.
Während er die Tochter nahm, bediente ihn die Mutter mit Obst und Wein. Nach einer Weile setzte er sich tief atmend in den schweren Ledersessel und befahl die Mutter zwischen seine Beine. Sie wusste offensichtlich, was mein Onkel wollte, und nahm sein großes Glied in ihren Mund. Die Tochter setzte sich neben ihn auf die Stuhllehne und während er ihre kleinen Brüste mit den herrlichen Knospen massierte, steckte sie ihm Weintrauben in den Mund.
Fasziniert beobachtete ich das Treiben.
Meinem Onkel schien es ebenfalls ausgesprochen gut zu gefallen.
Sein Gesicht wurde noch röter und sein massiger Körper begann zu zucken. Er legte eine seiner mächtigen Hände auf den Kopf der Mutter und steuerte so den Rhythmus ihrer Bewegungen. Schließlich schrie er ein letztes Mal laut auf und fiel zurück in den weichen Sessel.

Leseprobe 2

„Mein Butler sagte mir, dass du etwas für mich hättest.“
„Ja, ich habe einen Brief von Arved für sie.“
„Worauf wartest du dann, gib ihn mir.“
Ich zog den Trenchcoat etwas enger um mich.
„Es ist aber kein normaler Brief ... er ist sehr privat.“
Ich schaute zu den anderen Anwesenden hin um ihn darauf aufmerksam zu machen, dass ich ihn unter vier Augen überreichen wollte.
„Ich habe keine Geheimnisse vor meinen Freunden.“
„Er ist aber auf meinem Rücken geschrieben und ich müsste mich entblößen.“, flüsterte ich ihm zu.
Ich hoffte, dass die anderen Männer kein Deutsch verstanden, doch Jean grinste und sprach einige französische Sätze zu ihnen.
Sofort legten sie sich entspannt zurück und schauten mich erwartungsvoll an.
„Dann entblöße dich, damit ich ihn lesen kann.“
Ich schaute unsicher von Jean zu den Männern und wieder zurück.
„Mach schon, ich denke, du hast klare Anweisungen von Arved erhalten, oder?“
Ich nickte und löste dann den Gürtel des Mantels. Mit gesenktem Kopf und zittrigen Fingern öffnete ich dann auch noch die drei dunklen Knöpfe. Der Mantel rutschte über meine Schultern und glitt zu Boden.
Ein leises Raunen ging durch den Raum, als die Männer mich fast gänzlich nackt sahen. Mein Oberkörper entblößt und als einzige Kleidung ein Paar Strümpfe, die von Strapsen gehalten wurden. Ich spürte, dass ich dunkelrot anlief. Einer der Männer stand sogar auf, um sich dann aber sofort wieder zu setzen.
Jetzt wünschte ich mir wieder meine Körperbehaarung zurück. Ich war mir selbst nicht sicher, ob mich meine blanke Scham oder meine Glatze mehr störte. Ich bedeckte automatisch mit der einen Hand meinen Schritt und strich mir nervös mit der anderen über meine Glatze.
„Tztztz, nimm deine Hände runter und lasse sie einfach an der Seite baumeln.“, wies er mich zurecht.
„Wir wollen dich noch etwas genauer betrachten.“
Jean lief wortlos um mich herum und blieb hinter mir stehen um die Nachricht zu lesen. Die anderen Männer flüsterten miteinander und offensichtlich ging es um meine körperlichen Vorzüge. Es dauerte nicht lange und Jean schloss seine Runde um mich herum ab.
„Ein sehr interessanter Brief ... Du weißt, was dort geschrieben steht?“
„Nein, Arved hat mir verboten die Nachricht zu lesen.“
„Hat es dich nicht gereizt?“
“Doch, natürlich. Ich habe ihm aber versprochen nichts zu tun um den Inhalt zu erfahren.“
„Und du machst alles, was er dir anweist?“
„... Ja.“
Ich zögerte etwas, weil mir dieses Ja so selbstverständlich vorkam.
Es irritierte mich.
„Was hat er dir für diesen Besuch angewiesen?“
„Ich habe die Anweisung erhalten den Brief zu zeigen und ansonsten allen Ihren Anweisungen zu folgen.“
„Und was schließt ALLES ein?“
Ich wusste nicht so richtig, auf was er hinauswollte.
„Eben alles, was Sie sich wünschen.“
Er lächelte.
„Ich könnte dich demnach auch ficken?“
Ich nickte mit dem Kopf.
„Jeder von uns?“
Ich nickte erneut mit dem Kopf.
„Interessant.“
Jean setzte sich wieder in die Runde und schaute mir direkt in die Augen.
„Was würde passieren, wenn du nicht gehorchen würdest?“
„Dann würde Arved mich bestrafen.“
„Und das gefällt dir?“
Ich zuckte mit den Schultern. Das Verhör gefiel mir nicht.
„Wie würde er dich bestrafen?“
„Das weiß ich nicht.“
„Arved schlägt dich auch?“
Ich nickte mit dem Kopf.
„Macht dich das geil?“
„Manchmal.“ Ich nickte erneut mit dem Kopf.
Die Männer unterhielten sich wieder auf Französisch. Jean schien ihnen die Situation und die Möglichkeiten zu erläutern. Ab und an huschten Blicke über meine Nacktheit. Mein Schamgefühl hatte sich wieder gelegt, um nun der Unsicherheit Platz zu machen. Ich hatte die Anweisung nur auf Fragen zu antworten und alles zu tun, was mein Gastgeber verlangte ... und ich wollte Arved gehorchen. Trotzdem spürte ich den großen Drang mich wieder anzuziehen und einfach zu gehen. Gerne hätte ich gewusst, was die Männer besprachen. Es ging anscheinend um mich.
Diskutierten sie die Reihenfolge, in der sie mich nehmen wollten?
„Tritt näher, damit wir dich noch besser sehen können. Und spreize deine Beine etwas.“
Ich gehorchte und blieb direkt vor der Sitzgruppe stehen. Die Blicke tasteten nun fast spürbar über meinen Körper.
Ich starrte auf den Tisch um der Unbehaglichkeit zu entgehen. Die Dokumente, die darauf lagen, schienen Patientenakten zu sein.
Hinter mir öffnete sich die Tür und ich hörte das leichte Schlurfen des Butlers auf den Teppichböden. Von links trat erst ein Tablett mit einem Sektglas in mein Blickfeld, dann der Butler selbst. Jean sprach einen kurzen Satz und der Butler überreichte mir mit einer leichten Verbeugung das Glas. Er ignorierte meine Nacktheit völlig und schaute gekonnt an mir vorbei, um mich nicht mit seinen Blicken zu belästigen. Ich war ihm dankbar dafür und nahm das Glas mit einem Lächeln entgegen. So schnell, wie er kam, verließ er auch wieder den Raum.
Ich nippte am Glas und die Kohlensäure eines trockenen Champagners erfrischte meine Zunge.
Die Männer unterhielten sich wieder angeregt und nur einer beteiligte sich nicht an den Gesprächen, sondern ließ seine Blicke auf mir haften. Ich schaute zu Boden um seinen gierigen Blick nicht auffangen zu müssen. Ich konzentrierte mich auf die Muster des Teppichs. Goldene Fäden durchwirkten ein leuchtendes Rot und bildeten ein kompliziertes Mandala.
Nach einigen Minuten kam der Butler wieder herein und reichte jedem der Männer ein halb gefülltes Whiskyglas.
Die Gespräche wurden lauter und aufgeregter und ich hatte das Gefühl ... nein, ich wusste, dass es erneut um mich ging. Ab und an nippten sie genussvoll an ihren Gläsern oder schwenkten das Glas vor ihren Nasen um die Aromen tief zu inhalieren.
Ich erwartete, dass mich die Männer bald auf den Marmortisch legen würden, um mich dann einer nach dem anderen zu nehmen. Die Situation erregte mich zunehmend und ich spürte fast körperlich den kalten Marmor auf meinem Rücken und meine Brustwarzen reagierten sofort.
In welcher Reihenfolge würden sie mich nehmen?
Wahrscheinlich der Gastgeber zuerst. Dann vielleicht der Ältere, der hinten links saß und der mich bisher kaum beachtet hatte. Er strahlte eine ruhige Souveränität aus. Vielleicht lag es auch an seinem klaren Blick und den angegrauten Schläfen, die ihm ein aristokratisches Aussehen verliehen. Er schien abgeklärt in seinem Handeln und seiner Gestik. Der Jüngere, der mich penetrant angaffte, wäre wohl der Letzte, der mich nehmen dürfte. Er schien schmückendes Beiwerk in dieser Runde zu sein. Dazwischen käme wohl der Blonde dran. Er wirkte überhaupt nicht wie ein Franzose, eher wie ein Slawe ... vielleicht war er Pole oder Russe. Irgendwie spürte ich, wer in dieser Runde das Sagen hatte und wer nicht.
Oder würden sie um mich würfeln?
Einer würde meine Hände festhalten und zwei andere meine Beine spreizen. Ich würde mich nicht wehren, trotzdem sehnte ich mich nach starken Händen, die mich zwangen. Offen, ihren lüsternen Blicken preisgegeben würde ich daliegen. Zuerst würden sie meine Scham mit den Fingern öffnen um mich genauer zu untersuchen.
Tastende Finger in mir ...
Feuchtigkeit ...
Sie würden über dass, was sie sahen, diskutieren, so als ob ich eine Stute auf dem Pferdemarkt wäre.
Ich würde meine Augen schließen und mich hingeben, wenn sich ihre schweren Körper auf mich schieben würden.
Treibend ...
Abdriftend ...
Genießend ...

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