Grenzgänger ist eine Sammlung von 12 erotischen Kurzgeschichten die auf 303 Seiten die dunkle Seite der Erotik in uns zum Schwingen bringt.
Dieses Buch ist das Erstlingswerk von Kay Dark (Pseudonym) und erzählt mit feiner Sprache Geschichten aus dem Umfeld von Dominanz, Unterwerfung und Sex. Immer sind es starke Frauen, Frauen die sich ihrer Weiblichkeit und deren erotischer Macht bewusst sind. Und stets nutzen Sie ihre Macht und Dominanz, um sich zu nehmen was sie wollen.
Das Buch ist Kopfkino pur.
Leseprobe 1
Raymond zählte auch in den nächsten Monaten immer wieder zu meinen Fluggästen. Und jedes Mal landeten wir während der wenigen Stunden meines Aufenthaltes im Hotelbett.
„So, meine Angebetete“, eröffnete mir der Prachtkerl eines Nachmittags „Mir bleibt nur noch ein Flug nach Chicago, dann ist meine geschäftliche Mission in Übersee erfüllt. Also, ich weiß nicht, wie du darüber denkst. Handeln wir unsere Beziehung als heitere Flugepisode ab oder willst du mich heiraten? Ich persönlich tendiere zu Letzterem.“
Das Ganze eigentlich eine Farce. Immerhin lag mein Appartement in Hanau nur einen Steinwurf entfernt von seiner Wohnung in Wiesbaden. Es wäre also ein Leichtes gewesen, eine lockere Beziehung in der Heimat zu unterhalten.
In diesem Augenblick jedoch mussten meine Gehirnzellen völlig neue Windungen im Brachland entdeckt haben, deren starkem Sog ich mich kaum zu erwehren wusste.
„Wie wär’s mit Las Vegas?“ hörte ich eine Stimme fragen, die ich vage als die meine erkannte.
„Einverstanden.“ Und diese kurze prägnante Antwort brachte den Stein letztendlich zum Rollen.
Woraufhin der in jeder Hinsicht perfekte Liebhaber mich ein weiteres Mal seine Künste erspüren ließ und ich keuchend anmerken musste: „Aber es gibt Bedingungen!“
„Lass hören.“
„Okay. Nach dem Fick, wenn’s dir recht ist.“
Den Rest des Nachmittags verbrachten wir, teils unter der Dusche, teils in den weichen Kissen mit gegenseitigen Enthüllungen und Geständnissen. Im Grund war nur ich es, die enthüllen und gestehen musste. Mein süßer Lover begnügte sich damit, mir seinen Lebenslauf in all seiner perfekten, streckenweise langweiligen Ausführlichkeit nahe zu bringen.
„Und jetzt bist du an der Reihe.“
Ich schaute auf die Uhr. Viel Zeit blieb mir nicht. So erzählte ich in einem Atemzug von meinem Ausbüchsen aus der Familie kurz vor meinem achtzehnten Geburtstag, dass ich meine gesamten Ersparnisse in ein dunkles Kellerloch steckte, in dem ich für meine Abiturklausuren lernte. Ich berichtete beiläufig von den vielen fettigen, schmierigen Jobs an Frittenbuden, in schummrigen Bars und an der Tankstelle, durch die mir die Finanzierung des Kellerlochs und der Ausbildung zur Flugbegleiterin sicherte. Noch beiläufiger gelang mir die Aussage, dass es vonnöten gewesen sei, mich gelegentlich in fremden Betten zu wälzen, um meine Karriere voran treiben zu können, und den Gipfel aller Beiläufigkeit bildete die Aussage, dass ich einmal drei Monate lang mit einem Flugkapitän verlobt gewesen sei, der sich allerdings als Tänzer auf mehreren Hochzeiten herausstellte, da er in mehreren Städten enge Kontakte zu ‚Verlobten’ unterhielt.
Raymond quittierte alles mit undurchdringlicher Miene. „Okay! Und nun die Bedingungen!“
„Also“, begann ich „Zunächst das Wichtigste! Ich werde niemals und unter keinen Umständen deinetwegen meinen Beruf aufgeben.“
Raymond nickte zustimmend.
„Zweitens, ich habe mich bereits vor Jahren sterilisieren lassen. Musste die Ärzte regelrecht bestechen. Schlag dir also irgendwelche Kinderwünsche aus dem Kopf. Ich mag keine Kinder.“
„Okay, hab ja schon eins. Das reicht“, kommentierte Ray.
„Und drittens“ fuhr ich fort „Ich möchte weder irgendwelche Kontakte zu deiner Geschiedenen noch zu deinem Kleinkind unterhalten.“
„Geritzt! Noch was?“
Dann ratterte ich drauflos: „Verwandtschaft nur auf Abstand“ (womit seine gemeint war, zu der meinigen bestand schon lange kein Kontakt mehr), „Ich heirate auf keinen Fall in Weiß, ich habe eine Freundin, der ich alles, hörst du, a l l e s erzähle, neige des Öfteren zur Einsamkeit, dann will ich in Ruhe gelassen werden und kann es auf den Tod nicht ausstehen, wenn Männer neben die Kloschüssel pinkeln. An der Schweinerei kommen wir schon im Flieger nicht vorbei. Ich rauche hin und wieder, wenn mir danach ist eine Zigarette und trinke gerne Wodka, natürlich in Maßen. Kannst du damit leben?“
„Kann ich, kein Problem.“
„Und jetzt du!“
„Was?“
„Bedingungen! Na, deine Bedingungen.“
Raymond zog die Stirn in Falten „Lass mich überlegen… Ich möchte, dass wir Sex haben, wann immer es möglich ist, von mir aus auch zwischen Tür und Angel, ich möchte der Einzige sein, der mit dir schlafen darf, und es ist mir daran gelegen, dass du deine Sprache ein wenig korrigierst.“
„Inwiefern?“ wollte ich wissen.
„Na, wenn wir es miteinander treiben, dann schlafen wir zusammen, nicht ‚ficken’. Wenn du einen Wunsch aussprichst, dann forderst du mich nicht auf, deine Möse zu lecken, sondern deine Vagina, und ich vögle dich auch nicht in den Arsch, sondern ich nehme deinen Hintereingang. Verstehst du, was ich meine? Du bist eine so adrette und bildhübsche Person, Ann-Kathrin. Woher hast du nur diese Gossensprache?“
Mir fiel nichts ein, was ich darauf hätte erwidern können, also startete ich ein Ablenkungsmanöver, indem ich meinen Halb-Amerikaner darauf hinwies, dass es mal wieder typisch Mann sei, sämtliche Bedingungen an sexuelle Wünsche zu koppeln. Ob alle Männer dazu neigten, ihre Entscheidungen mit dem Schwanz zu treffen.
Wir waren ein Traumpaar!
Einmeterzweiundneunzig blond gelockter Adonis mit umwerfendem Charisma, einmeterachtzig langbeinige Brünette mit plakativem Zahnpastalächeln und Traumfigur. Fotos, als Erinnerung für Ewig. Tränen in den Augen meiner besten Freundin und Kollegin, die es niemals für möglich gehalten hätte, dass jemand es fertig bringen würde, mein Herz zu erobern. Dass ich mein Herz im Spitzenhöschen trug, verriet ich ihr natürlich nicht. Rührung auch im Gesicht von Raymonds Bruder, dem zweiten Trauzeugen, in dessen Gegenwart ich mich des Eindrucks nicht erwehren konnte, als durchschaue er mich und meine Absichten.
Dabei war mir zu dieser Zeit gar nicht bewusst, dass ich überhaupt Absichten hatte.
Ich gestehe es nicht gerne ein, doch ich war restlos verliebt. Nicht nur in den Ray, der sich auf der quietschenden Matratze als hervorragender Liebhaber zu erkennen gab, vielmehr war ich hingerissen vom angenehmen Äußeren meines Gatten, seinem Charme, seiner Großzügigkeit, seinem Witz und… Mist, ich gerate ins Schwafeln. Lassen wir Weiteres dahin gestellt sein.
Ohne dass mein Ehemann den Wunsch danach geäußert hätte, gab ich freiwillig meine Flugroute auf, um öfter zu Hause sein zu können. Zu Hause war ich jetzt in einer schnuckeligen Eigentumswohnung am Stadtrand von Wiesbaden. Dass mir der Abschied von meinem kleinen Appartement, in dem ich mich ohnehin nur zum Schlafen aufgehalten hatte, so schwer fallen würde, damit hatte ich allerdings nicht gerechnet. (...)
Leseprobe 2
Wir trafen uns in einer schummrigen Kellerkneipe. Sie rauchte viel, war blass, ihr gelblichblondes Haar hing in langen dünnen Strähnen über ihre Schultern. Sie erzählte irgendetwas über ihre eigene Person, ohne mir dabei in die Augen zu schauen. Habe nur Bruchstücke davon in Erinnerung behalten, weil es mich im Grunde nicht interessierte. Sie hatte sich wohl verschuldet, benötigte dringend Geld, hatte bereits Erfahrungen im SM Bereich gesammelt, sei bereits während ihrer Schulzeit Mitglied einer verbotenen Gruppe gewesen, die unter anderem Opferrituale durchführte und daher glaube sie, als Sklavin geeignet zu sein und so weiter und so fort. Ich hörte, wie gesagt, nur mit halbem Ohr hin, versicherte halbherzig meine Verschwiegenheit.
Im Grunde hatte ich längst gewählt. Andrea war schmächtig, wenn nicht zu sagen dürr, unter ihrem T-Shirt –sie trug keinen Büstenhalter- zeichnete sich ein mittelgroßer Hängebusen ab, ihre etwas hervor stehenden grauen Augen blickten etwas stupide, geradezu teilnahmslos ins Leere. Das geborene Opfer! Und sie ähnelte, wie ich später feststellen musste, in gewissem Sinne diesem Flittchen Renate aus meiner Kindheit. Dieser unverschämten Person, die es gewagt hatte, auf infame Weise meine Mutter zu hintergehen, indem sie sich ihren Anordnungen widersetzte und sich obendrein in Anwesenheit eines unschuldigen Kindes unzüchtige Spiele in Mutters Wohnung getrieben hatte. Renate war hübscher gewesen, irgendwie anziehender als die Studentin. Doch ich hatte niemals einen Unterschied gemacht zwischen attraktiven und weniger attraktiven Frauen. Für mich waren sie alle irgendwie gleich. Sobald sie Titten besaßen und dieses fortwährend vor Geilheit triefende Loch zwischen ihren Beinen, gehörten sie alle zu dem Begriff: Huren. Sie dienten hauptsächlich dazu, meine Gelüste zu befriedigen.
Andrea bewohnte eine Kellerwohnung, die die gleiche Düsternis und Schlampigkeit auszustrahlen schien wie ihre Person selbst. Das einzige, was mich in dieser Absteige interessierte, war das Bett. Enttäuscht nahm ich wahr, dass es sich dabei um zwei schmuddelige, aufeinander gestapelte Matratzen handelte.
„Hör zu“ sagte ich zu ihr „wenn wir ins Geschäft kommen wollen, kaufst du dir ein neues Bett. Das da“, und ich zeigte mit dem Finger auf die Matratzen „ist eine Zumutung, das kannst du gleich vergessen.“
Sie jammerte mir etwas vor, von wegen kein Geld vorhanden und so weiter. Ich zog ein paar Geldscheine aus meiner Brieftasche und legte sie ihr auf den Tisch, gleichzeitig erteilte ich ihr genaue Anweisungen, wie besagtes neues Bett auszusehen habe.
„Und wenn du das Geld für Drogen oder Sonstiges ausgeben solltest, wirst du dein blaues Wunder erleben!“
Andrea versicherte mir, dass sie kein Junkie sei und mit Drogen nichts am Hut habe. Ich nahm ihr das merkwürdigerweise in diesem Moment sogar ab. Sie wirkte nicht wie eine notorische Lügnerin. Dennoch würde ich sie eine Weile bespitzeln müssen, denn Junkies standen in Mutters Gunst und somit auch in meiner, auf der untersten Stufe der Gesellschaft. Ich würde mich hüten, mich mit einer solchen einzulassen!
Um auf unser erstes Treffen in Andreas Wohnung zurück zu kommen. Ich begnügte mich, in Anbetracht ihrer verlausten Matratzen damit, sie auf einen ihrer wackligen Stühle zu fesseln und ihren wundervoll hängenden Busen mit straffen Schnüren zusammen zu binden. Ein paar Mal gab sie leise Schmerzlaute von sich, die mich dazu bewogen, die Schnüre fester zu ziehen. Doch sie hielt aus. In Erwartung der großzügigen Entlohnung, die ich ihr zukommen lassen würde, nehme ich einmal an.
Als ich sie später von ihren Fesseln befreite, blickte sie mir das erste Mal in die Augen. Eine Mischung aus Furcht und Unterwürfigkeit spiegelte sich in den ihren.
„Gehst du mit deinen Opfern immer so brutal um?“ wollte sie wissen. Ich lachte, nicht ohne Stolz.
„Ich weiß nicht, ob wir langfristig ins Geschäft kommen“, räumte sie ein. Großzügig legte ich ohne große Worte zu machen, zwei weitere Geldscheine zu den bereits vorhandenen auf den Tisch. Verflixt, ich brauchte diese kleine Hure!
„Wir werden sehen“ kommentierte sie mein Tun.
„So, und jetzt hol mir einen runter“, sagte ich zu ihr.
Natürlich hatte ich Andrea hinterher geschlagen. Es passierte eben immer einfach so, wir ein Reflex eben. Ich gab ihr zwei heftige Ohrfeigen. Nun zog ich meine Hosen zu Recht, wandte mich zum Gehen.
„Bis zum nächsten Mal.“ Sie nickte schweigend.
Es gab tatsächlich ein nächstes Mal, auch ein übernächstes Mal. Und so weiter. Das Bett war längst angeliefert worden. Fiel ganz nach meinen Wünschen aus. Andrea hatte sich, ohne von mir entsprechende Aufträge erhalten zu haben, neu frisiert und schwarze Dessous gekauft. Ich registrierte die Veränderungen, nahm sie jedoch stillschweigend hin. Wir sprachen wenig. Meist gab ich Anweisungen. Da sie in der Regel die meiste Zeit über geknebelt war, hätte sie ohnehin nicht reden können. Nichts ist mir mehr zuwider als ewig quatschende Weiber! Von der Sorte hatte ich bereits im Geschäft genügend an der Zahl.
Andrea ließ sich anstandslos fesseln und knebeln. Beim Anblick ihres wehrlosen, schmalen und mir völlig ausgelieferten Körpers wuchs mir in Kürze ein beträchtliches Gerät zwischen den Beinen. Einmal musste ich an die harte Stange von Renates Liebhaber denken, und wie mich dieses unbekannte Teil als Knabe gleichzeitig abgestoßen und fasziniert hatte. Ich glaube, die gleichen Empfindungen brachte ich meinem eigenen Schwanz entgegen. Es stieß mich jedes Mal ab, wenn er vor den Augen einer Hure anschwoll. Gleichzeitig faszinierte mich meine eigene Manneskraft, mit deren Hilfe ich imstande sein würde, jeden sich mir anbietenden weiblichen Körper zu bezwingen!
Wenn Andrea so gefesselt vor mir dalag, nahm ich entweder die Peitsche und zog ihr ordentlich eins über den Bauch, oder den kleinen Arsch, je nachdem, welche Seite sie mir zuzuwenden hatte, oder aber ich traktierte sie mit heißem Kerzenwachs, dass sich in glühenden Tropfen über sämtliche Stellen ihres Körpers ergoss. An ihren Nippeln befestigte ich Klammern, ebenso an ihren Schamlippen. Als ich einmal wagte, ihre Klitoris einzuklemmen, schrie sie zum ersten Mal laut auf vor Schmerz. Seitdem war es mir ein Vergnügen, ihr damit zu drohen, sollte sie mir nicht gehorchen.
Manchmal band ich Andrea im Stehen an der Unterseite des Bettgestells fest, damit ich abwechselnd ihre Vorder- und Rückseite quälen konnte. Am Ende der Prozedur band ich sie jedes Mal los, um sie ficken zu können. Nach wenigen heftigen Stößen kam es mir in der Regel so heftig, dass ich an mich halten musste, um nicht kraftlos auf ihren Körper zu sinken. Je nach Heftigkeit des Orgasmus fielen anschließend die Schläge aus, die sie einzustecken hatte.
Wir spielten das Spiel eine Weile so weiter. Ein paar Mal hatte Andrea kurz angedeutet, dass sie Geld brauche. Ich hatte bald keinen Überblick mehr, was ich ihr zahlte. Es war nebensächlich geworden. Die Frau hielt still, war mir zu Willen, das genügte mir. An den Anblick von blauumränderten Augen, Blutergüssen und Quetschungen an ihrem Körper hatte ich mich längst gewöhnt. Einmal hatte ich sie gefragt, ob es noch einen anderen gäbe, mit dem sie solche Spiele treibe, und der ihr das antun würde. Sie hatte den Kopf geschüttelt und mich in einer Art Mitleid angesehen. Darauf musste mir Andrea das Versprechen geben, dass es nie einen anderen als mich zu geben habe. Ich zahlte ihr die doppelte Vergütung.
Mutter wurde misstrauisch. Sie verwaltete meine Finanzen und wunderte sich über die Höhe meiner Ausgaben. Ich muss gestehen, dass sie mich damit in einige Verlegenheit brachte. Ich faselte etwas davon, dass ich einen Großteil meines Geldes in einen firmeninternen Fonds meiner Versicherungsgesellschaft einzahlte und warf mit einigen Fachausdrücken um mich, die sie unmöglich verstehen konnte. So ließ sie schließlich von mir ab, in der Hoffnung, ich tue etwas Vernünftiges für meine Zukunft. Ich glaubte mich in Sicherheit. Doch ich sollte mich irren. (...)
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