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Alain Robbe-Grillet (* 18. August 1922 in Brest; † 18. Februar 2008 in Caen) war ein französischer Filmemacher und Schriftsteller

Er entstammte einer konservativen, bürgerlichen Familie
Er studierte zuerst Agrarwissenschaften und arbeitete zunächst am Nationalinstitut für Statistik in Paris und dann eine zeitlang in Martinique, wo er auch seine Lust am Schreiben entdeckte. Während des Zweiten Weltkriegs musste er 1943 ein Jahr lang Arbeitsdienst in einer Panzerfabrik in Nürnberg leisten.
Ab 1955 war er literarischer Berater in der Les Editions de Minuit, in der viele bekannte Schriftsteller veröffentlichten.
Sein 1951 geschriebener Roman "Ein Tag zuviel" machte ihn zu einem der führenden Vertreter des "nouveau roman". Ihm folgten 1955 "Der Augenzeuge", 1957 "Die Jalousie oder die Eifersucht", 1959 Dans l"Das Labyrinth"und "Die Niederlage von Reichenfels".
1963 formulierte Robbe-Grillet das Konzept für eine neue Form des Romans. Dieser neue nicht-realistische Roman soll weder die Wirklichkeit spiegeln, noch Botschaften übermitteln, sondern eine Art neue Kunstsprache darstellen. Er wollte weg von der Vermenschlichung der Dinge sowie von einer geschlossenen Handlung und den Botschaften die darin vermittelt worden sind ... die Welt ist dem Menschen oftmals fremd und das wollte Grillet in seinen Werken zeigen.
Der "Neue Roman" war geboren.
Viele Kritiker warfen ihm vor "nicht lesbare" und "unfühlbare" Literatur zu schreiben. Heute sind seine Werke Pflichtlektüre in Frankreichs Schulen.
Erotik und Gewalt, Lust und Schmerz waren dabei oftmals Teil seines Schaffens.
Robbe-Grillets Roman "Le Voyeur" aus dem Jahre 1955 öste einen Skandal aus. Das lag allerdings nicht nur an der neuen Erzählweise sondern an den "obszönen Fantasien.
In den 1960er Jahren begann er auch Drehbücher zu schreiben und Filme zu drehen.
Für "Letztes Jahr in Marienbad" nach einer Vorlage Grillets gewann Alain Resnais Anfang der sechziger Jahre den Goldenen Löwen der Filmfestspiele von Venedig.
Seit den Siebzigern wandte sich Robbe-Grillet wieder vom "Nouveau Roman" ab und verfasste eher pornografische Werke. Er beschrieb sadistische Sexualpraktiken und erotische Fantasien mit jungen Mädchen und handelte sich so den Vorwurf der Pädophilie ein. Mit seinem letzten Roman "Die Wiederholung" gelang ihm kurz vor seinem 80. Geburtstag noch einmal ein Überraschungserfolg.
Seine Aufnahme in den erlesenen Kreis der Académie française scheiterte beinahe an der Weigerung Uniform und Schwert zu tragen.

Er blieb sich eben bis zu seinem Tode am 18. Februar 2008 treu.