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Stefan Gesell

Ein Künstler der Surealen, ein Angstmacher, ein Alpträumer, spannend...
Wir haben ihn für Euch interviewt.

Das Interview

1) Wie bist Du zur Fotografie gekommen?

Ich komme eigentlich aus dem Bereich Malerei....zumindest hobbymäßig. Vor ca. 4 Jahren bekam ich durch Zufall meine erste "Digitale" in die Hände und habe angefangen die Bilder in EBV-Programmen zu bearbeiten. Das machte mir soviel Spass, dass ich das immer weiter ausbaute......danach mietete ich mein erstes 100 qm Studio und arbeite jetzt in meinem Atelier in München auf 150 qm mit mehreren sets.

2) Du hast 2005 einen Fotobildband veröffentlicht, in dessen Bewerbung von "Alpträumen und Halluzinationen" gesprochen wird. Was erwartet den Betrachter

Der Betrachter wird sich wohl teilweise in eine unwirkliche Welt versetzt fühlen, gegen allen Ratschlägen interessiert mich doch die Technik eher weniger. Ich setze allein auf die Bildwirkung beim Betrachter. so findet man sureale Aktfotografie gepaart mit fashion/beauty Fotos direkt nebeneinander. Meine Inszenierungen sind schon teilweise Auswüchse aus Alpträumen und meinen fFntasie.

3) Wo holst Du Dir Deine Inspirationen?

Definitiv aus Comics und Airbrushes. Mich fasziniert die fotorealistische Umsetzung der überzogenen Posen und Handlungen. Meine favs: H.R.Giger (alien) und Luis Rojo (airbrush)

4) Auf vielen Bildern nehmen Modelle "seltsame" fast surealistische Posen ein. Warum?

Mainstream war gestern..........ich will schockieren, begeistern aber auch abstoßen und Entsetzten auslösen. Die Welt in der ich lebe besteht nicht aus aalglatten superbeautyhypersilicon Modells.....mich fasziniert die Erotik in ihrer etwas unrealen Darstellung.

5) Arbeitest Du konzeptionell oder eher intuitiv

Ich erarbeite mir für jedes Projekt eine Inszenierung und fertige Skizzen, fast zwangsläufig entstehen dabei natürlich auch "Zufallsshoots" mein Grundidee hat aber immer Vorrang und muss in den Kasten......

6) Möchtest Du etwas bestimmtes in Deinen Werken ausdrücken?

Ja.....ich zeige bei meinen Workshops oft meine Fotos den Teilnehmern und frage dann, was siehst du: die Antworten sind teilweise beim gleichen Bild extrem verschieden, jeder interpretiert ein Bild unterschiedlich. Das ist somit auch die Antwort auf deine Frage.

7) Welches Bild ist Dein Lieblingsbild und warum?

"Das Schiff" von Dali............das Bild kann ich mir stundenlang ansehen........

8) Wo kann man Dich bzw. Deine Bilder demnächst life erleben?

27/28/29.03.2008 bei den Pirmasenser Fototagen mit free live-workshop und Ausstellung.

9) Wo kann man Deine Werke kaufen?

Ausschließlich über meine Homepage

10) Wen würdest Du gerne einmal fotografieren?

Naomi Campell und Alice Schwarzer

11) Was planst Du als nächstes?

Einen schon lange angekündigten Grossformatbildband endlich printfertig zu machen und zu veröffentlichen, vielleicht ließt das auch mein Verleger.......

12) Was macht Stefan Gesell, wenn er nicht fotografiert?

Schlafen

13) Eine Fee schenkt Dir drei Wünsche.

Erster Wunsch: Gesundheit für meine Familie
Zweiter Wunsch: allen meinen Kritikern ein fetten Furunkel am A.....
Dritter Wunsch: nochmal drei Wünsche

Vielen Dank für das Interview

Biografie

Konventionen sind ihm egal. Wo die einen den Purismus suchen, die Retusche verpönen, auf die Natur oder Schwarz-Weiß-Fotografie als Stilmittel schwören, setzt Stefan Gesell bewusst auf das Künstliche. Den Farbverstärker, den sphärischen Lichtschein, die elektronische Halluzination, den Tiefenrausch.

So wenig "glatt" wie seine Fotosequenzen ist auch die Biographie Stefan Gesells. Zur Welt kam er 1959 im fränkischen Marktschorgast, nicht weit von Kulmbach. Früh lebte er seine Kreativität dort aus, wo es Mut erforderte oder verboten war: Etwa mit Zeichnungen an Zimmerwänden oder auf den Motorhauben von Autos. Auf Papier aber sprengten seine Bildvorstellungen stets genormte Formate. Bei Skizzen klebte er mehrere DIN A3 Flächen zusammen, um Raum für seine Kreationen zu gewinnen.

Nie mit dem auf Papier Gebannten zufrieden, hat Stefan Gesell beständig nach Techniken gesucht, seine Träume zu visualisieren. Bei Kohlezeichnungen experimentierte der Jugendliche mit räumlicher Tiefe, die er durch Strukturierung mit Altöl erreichen wollte. Das Öl trocknete natürlich nicht. Aber immerhin: Meine Bilder sahen anders aus, wie sich Stefan Gesell
erinnert. Vorerst auf keine Akzeptanz für seine Fanatsieprodukte stoßend, widmete er sich schließlich einer ordentlichen Berufsausbildung. Seine Zeit sollte erst noch kommen.

Science Fiction und Comics wie Witchblade oder E.V.E. beflügelten seine Kreativität permanent. Mit seiner Jugendfreundin und der AGFA Kamera seines Vaters wagte er die ersten fotografischen Umsetzungen seiner heimlichen Traumvisionen. Doch erst mit der digitalen Fotografie und den unendlichen Möglichkeiten der digitalen Nachbearbeitung - mit "virtuellem Altöl", wie er
es nennt- fand er schließlich den Weg, seine ungewöhnliche Ausdruckskraft auszuschöpfen. Spät, gereift und umso intensiver.

Kontakt:
http://www.fotosym.de