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Diesen Monat wäre Georges Bataille 112 Jahre alt geworden. Grund genug diesen Ausnahmekünstler einmal näher zu betrachten.

Georges Bataille (* 10. September 1897 in Billom, Puy-de-Dôme; † 9. Juli 1962 in Paris) war ein französischer Schriftsteller, Soziologe, Anthropologe und Philosoph... und nimmt damit eine Sonderstellung in der Wissenschaft ein.
Um Bataille erklären zu wollen, müsste man einige Bücher schreiben. Daher hier nur ein kurze prägnante Zusammenfassung.
Bataille war einfach an zu vielen Dingen interessiert.

Geboren wurde er in Billom im Département Puy-de-Dôme in Frankreich und zog 1900 nach Reims.
Er stammt aus einer protestantischen Familie und konvertierte mit sechzehn Jahren zum Katholizismus.
1913 starb sein geliebter Vater an Syphillis, was ihn tief traf.
1916 ging er zum Militär wurde aber bald darauf wegen Tuberkolose entlassen.
Er besuchte ab 1917 eine Schule in Paris um Priester zu werden und arbeitete nach einer Ausbildung zum Bibliothekar in der französichen Nationalbibliothek
1928 heiratete er, wurde aber bald wieder geschieden.
Bataille bewegte sich zwischen 1923-28 in den Kreisen der Pariser Surrealisten. 1928 veröffentlichte er die surreal-pornografische Erzählung „Die Geschichte des Auges“. Ab 1930 wird er Mitherausgeber der Zeitschrift "Documents". Gemeinsam mit André Breton und Roger Caillois gründete er 1935 die antifaschistische Gruppe "Contre-Attaque" und engagierte sich verstärkt politisch.
Er war außerdem Gründer der 1936 ins Leben gerufenen Geheimgesellschaft Acéphale.
Bis 1942 arbeitete er als Biliothekar in Paris und er war es, der Walter Benjamins Manuskripte rettete, indem er ihm half, sie in der Bibliothek zu verstecken.
1946 gab er die einflussreiche Zeitschrift Critique heraus, in der er unter anderem die frühen philosophische Arbeiten von Jacques Derrida und Michel Foucault veröffentlichte. Er heiratete Diane de Beauharnais und beide bekamen kurz darauf eine Tochter.
Trotzdem war er nach dem Krieg verarmt. Er arbeitete nebenher als Lektor
1949 nahm er die Arbeit als Bibliothekar zunächst in Carpentras und später in Orléans wieder auf.

Bataille wurde unter anderem von Hegel, Sigmund Freud, Karl Marx, dem Marquis de Sade und Friedrich Nietzsche beeinflusst. Auch darin sieht man seine vielfältigen Interessen die er zeitlebens in einen gemeinsamen Rahmen pressen wollte.
Er fand den Rahmen in den Opfern von Gewalt, Gesellschaft und Konventionen. Bataille war fasziniert von Gefühlen, Rausch, Grenzverletzungen und deviantem Verhalten von Menschen.

In seinem Werk Gilles de Rais, Leben und Prozeß eines Kindermörders schildert Bataille 1891 die wahre Geschichte des Gilles de Rais, der ein Waffengefährte der Jeanne d'Arc war, Marschall von Frankreich und zugleich ein monströser Massenmörder. Unzählige Kinder wurden von seinen Vertrauensleuten unter verlockenden Versprechungen in seine Schlösser gebracht, wo sie als Opfer schwarzer Magie im Verlauf orgiastischer Gelage auf grauenhafte Weise geschändet und verstümmelt wurden. Bataille schildert in seinem Buch das entsetzliche Geschehen anhand der Protokolle des weltlichen und des kirchlichen Prozesses. Darüber hinaus bemüht er sich um eine psychologisch fundierte Philosophie des Verbrechens. (Quelle Wikipedia)
Hier trifft er philosophisch auf den Marquis de Sade.
Bataille stellt immer die Souveränität des einzelnen Menschen in den Vordergrund und eckte damit damit natürlich bei allen Institutionen (Kirche, Politik) an, die auf das Funktionieren eines Kollektivs ausgerichtet waren.
Daher wurden auch viele seiner Werke bis in die 70er Jahre verboten oder nur in Sexshops verkauft.
In einem Verfahren gegen Jean-Jacques Pauvert, der angeklagt wurde, weil er Werke des Marquis de Sade herausgegeben hatte, sagte Bataille zugunsten des Verlegers aus. Er leitete auch ein Komitee zur Verteidigung des Schriftstellers Henry Miller, der auch der Pornografie beschuldigt wurde.

1955 erkrankte er schwer.
1961 organisierte Pablo Picasso, Max Ernst und Miro eine Bilderauktion um ihm zu helfen. Er starb schließlich 1962 in Paris.

Auf die Frage der Surrealisten „Warum schreiben Sie?“ antwortete Bataille: „Ich schreibe, damit die Leute kotzen.“

Werke (Auszug deutscher Ausgaben)