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Vorwort

Ich lernte Ramin Shafiai in einem Fotografen- und Modelforum namens www.model-kartei.de kennen. Seine Bilder fielen mir auf, weil Sie aus der Masse der Aktfotografen herausstachen. Nachdem es zu Diskussionen über seinen Maskenbildern kam, entschloß er sich seinen Fetisch auch dem "Normalbürger" verständlich zu machen. Diesen findet ihr mittlerweile in unserer Kommunity
Ein Grund, euch Ramin einmal näher vorzustellen.

Vitae

Ramin wurde am 04.September 1971 in Teheran/Iran geboren. Nach den politischen Umbrüchen im Iran siedelte er 1980 nach Deutschland um. Mit der mittleren Reife in der Tasche verpflichtete er sich 1991 bei der Bundeswehr für 12 Jahre und mit seinem Dienstende im Juli 2003 begann seine zweite berufliche Laufbahn als Managementtrainer und Coach.

Seine kreativen Fähigkeiten sind vielseitig und finden sich in vielen Bereichen der „Kunst“ wieder. War es bis 1998 noch viel Zeichnen und Malerei, bekam er während einem Praktikums am Theater Würzburg seine Impulse im Bereich der Maskenbildnerei. Dieses Wissen wurde auch während seiner Dienstzeit vertieft. Durch Zufall bekam er 1998 das Angebot, als Maskenbildner bei einem Filmprojekt mitzuwirken.
Seit dem hat Ramin an über 6 Filmproduktionen als Special Make-up Artist seinen Können unter Beweis stellen können.

Mit der Photografie hat sich Ramin erst später intensiv auseinandergesetzt. Aus diesem anfänglichem Interesse wurde eine Leidenschaft zur außergewöhnlichen Fetischphotografie. Eine feste Richtung lässt sich nicht zuweisen, denn seien Ideen reichen von klassischer SM-Thematik bis hin zu bizarrer und provokativer Kombination von Tod und Erotik. Eindeutiger Schwerpunkt seiner Bilder ist aber der Masken-Fetisch, wo er seinen Protagonisten in allen erdenklichen Situationen mit Gasmasken darstellt.

Ramin lebt derzeit in Köln und arbeitet an verschiedenen Photoprojekten. Schwerpunkte für 2005 bilden diverse Ausstellungen und Veröffentlichungen, sowie die Zusammenarbeit mit dem Düsseldorfer Fetischphotografen C.C.Clearwater.

Das Interview

Hallo Ramin, vielen Dank für dieses Interview. Woher stammt eigentlich Dein Name?
Aus Persien, dem heutigem Iran. Mein Vater war Perser und man einigte sich auf einen landestypischen Namen.

Wie kamst Du zur Fotografie?
Es fing vor ca. 7 Jahren mit einer analogen Kamera an. Normale Urlaubsbilder, Tierbilder und was mir vor die Linse kam. Natürlich hab ich auch meine Freundin versucht erotisch abzulichten, aber mehr für den Privatgebrauch. Richtig zur Leidenschaft wurde es mit meiner ersten Digitalkamera. Doch waren die Bilder immer noch nicht „schön“. Der Amateurcharakter blieb bis ich anfing Fachliteratur zu lesen und mich mit Photographen zu unterhalten. Anfang 2004 fing ich letztendlich an konkrete Phantasien und Ideen zu inszenieren und umzusetzen.

Du fotografierst Deine Modelle oftmals mit Masken. Wann hast Du Deinen Faible dafür entdeckt?
Der Faible für dieses bizarre Aussehen war schon immer da. Als Fan von Horror-, SciFi und Phantasiefilmen mag ich alles was in irgendeiner Form „fremdartig“ aussieht. Das passt auch sehr gut auf die Masken. Den Zusammenhang zwischen Masken und Erotik wurde mir durch die ersten Marquis,- und Heavy Rubber Magazinen vor Augen geführt. Ungefähr um die gleiche Zeit letztes Jahr fing ich dann an, Masken in meine Photos einzubinden. Der Unterschied vielleicht zu anderen ist, dass sie bei mir in vielen alltäglichen Situationen zu finden sind, also weg vom reinem SM-Bereich. Hängt mit meiner Einstellung zu Masken zusammen.

Wie geht Dein Umfeld und Deine Familie damit um?
Durchweg positiv, da sie erkannt haben, dass es sich nicht um eine Macke oder Eintagsfliege handelt. Natürlich ernte ich hin und wieder mal ein Grinsen, doch überzeugen dann die Ergebnisse. Die Einzige die den Kopf schüttelt ist meine „Stieftochter“, sie lacht sich immer den Ast und meint „das ich einen an der Waffel“ habe. Mehr Scherzhaft als Ernst gemeint.

Bewegst Du Dich auch in der SM- und Fetischszene?
Photografisch ja und ich praktiziere SM im kleinen Rahmen, zähle mich aber nicht so zu den Szenengänger. Mittlerweile umgebe ich mich mehr und mehr mit der SM-Szene und finde gefallen dran. Besser ausgedrückt, ich stecke in der Entwicklung und die Identifikation wächst täglich.

Du hast einer Bildserie mit bizarren Nonnen eine ganze Rubrik auf Deiner Seite gewidmet. Warum spielst Du mit diesem religiösen Motiv?
Provokation und Phantasie. Neben dem Maskenfetisch, provoziere ich gerne. Ich mag es Themen aufzugreifen und Photos umzusetzen, wo andere anfangen den Kopf zu schütteln. Ich will mit den Nonnen nicht die Religion in den Dreck ziehen, sondern eher die Institution die hinter ihr steht. Meiner Meinung nach ist die Kirche eines der größten und ältesten Verbrecherorganisationen die wir haben. Die noch heute geltenden Dogmen der Kirche widersprechen jeglicher Logik und Menschenverstand und trotzdem versucht sie sie durchzudrücken. Wenn ich schon lese das es besser ist, dem Partner Aids zu übertragen, da das Benutzen eines Kondoms Sünde sei, kann ich nur ausflippen. Die Nonnen sind die erotische Antwort auf das Zölibat. Näher bin ich ja schon in meinen Ausführungen zum Thema: "Warum Masken?" (In der Kom) eingegangen.

Welches Motiv würdest Du gerne einmal fotografieren?
Eine Station des Kreuzweges von Jesus Christus und zwar wo er das zweite Mal unter dem Kreuz zusammenbricht. Es ist ein konkretes Bild schon im Kopf, doch mangelt es mir noch an der Örtlichkeit und den Requisiten. Ein etwas heftigeres Projekt, sowohl von der Organisation als auch von der Aussage. Es wird nicht jedem Spaß machen es zu betrachten und ich kann mir vorstellen, dass ich vielen damit auf die Füße treten werde, doch habe ich nie den Anspruch gehegt, dass jedem meine Bilder gefallen. Lasst Euch überraschen.

Du machst ja auch Aufnahmen in der Öffentlichkeit. Da gibt es bestimmt lustiges zu berichten, oder?
Jau, letztes Jahr war ich wieder mit meinem Hausmodel unterwegs. Es gibt in Köln eine verlassene Kaserne der belgischen Streitkräfte, mit Hallen, Bunkern etc. Uns blieb nichts anderes übrig als über den Zaun zu klettern. Gesagt, getan. Wir waren drüben und mein Model fragt mich: „Was machen wir, wenn die Anwohner die Polizei rufen und die uns erwischen?“ Ich blieb ganz locker und meinte nur, dass wir eben bei der Wahrheit bleiben sollen, erotische Photos fürs Familienalbum und das uns das alles sehr leid tut und es nie wieder mehr vorkommt, bla bla bla. Wir nahmen die Taschen auf und gingen gerade um die Ecke eines der Gebäude und mussten uns mit einem Sprung wieder zurück retten, denn die Polizei musste nicht erst gerufen werden. Sie war schon da.

Was planst Du in der nächsten Zeit?
Ich bin gerade in den Vorbereitungen zu einem Kalender. Nicht das dies ungewöhnlich ist, aber er wird im Gegensatz zu den anderen schon interessanter sein. Die Motive werden allesamt mit Masken sein und eines der wenigen Projekte, die ich im Studio umsetze. Es werden drei Modelle zum Einsatz kommen und einen erheblichen Mehraufwand von Requisiten als üblich. Wie und ob er seine Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird, kann ich jetzt noch nicht sagen, hoffe es aber sehr stark. Weiterhin plane ich Photos zu den Themen „Selbstbild/Fremdbild“, „Maßlosigkeit“, „Hierarchie“ und ich widme mich meinem neuen Feld, den „Ponygirls“ zu.

Kann man Deine Bilder irgendwann einmal im Rahmen einer Ausstellung bewundern?
Ja, kann man. Vom 28.05. – 29.07. werden meine Bilder im SM-Club Why-Not in Mannheim zu sehen sein. Weiterhin ist die Teilnahme an einer Ausstellung im Schloß Wodrow im September geplant und erst diese Woche habe ich Kontakt zu dem Stuttgarter Galeristen Georg Zaiß eröffnet bekommen. Wie sich das entwickeln wird, kann ich noch nicht sagen.
Außer Ausstellungen, bin ich gerade dabei, eine Auswahl an Bildern zusammenzustellen. Einmal für die „Schlagzeilen“ und einmal für „Mein heimliches Auge“ vom Konkursbuchverlag.

Welches Model hättest Du gerne mal für Deine Photoprojekte?
Dita von Teese, wobei mich wahrscheinlich alle Fans umbringen würden, sobald ich Ihr eine Maske aufsetze. Nein ernsthaft,.. ich würde acht meiner neun Leben dafür hergeben.

Eine vorletzte Frage. Womit rechnet man bei Dir nicht?
Mit meinen Katzentätowierungen. Ich liebe Katzen, habe selber zwei Rabauken (Perser alten Typs, sprich mit Nase). Das geht soweit, dass ich mittlerweile 6 verschiedene Katzenmotive auf meinem Körper habe. Weitere folgen...

Ein Fee schenkt Dir 3 Wünsche...?
1. Wunsch: Mich mit meinen Bildern fest in der Liga der Fetischphotografen zu etablieren.
2. Wunsch: Für eine große Filmproduktion die Special Make-up Effekte und Masken zu kreieren.
3. Wunsch: Gesundheit. Auf das meine Kurzsichtigkeit nicht weiter fortschreitet und meine Hände nie das Zittern anfangen.

Kontakt und Homepage: http://www.its-a-gas.de

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