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Pseudonyme Charlotte Arand und Zo von Rodenbach, (1836-1895), österreichischer Schriftsteller.

Sacher-Masoch wurde am 27.Januar 1836 als ältestes Kind eines Polizisten in Lemberg geboren und wurde stark von seinem jüdischen Umfeld geprägt. Lemberg war die Hauptstadt Galiziens, das seit der Teilung Polens 1772 zu Österreich gehörte. 1848 zog er mit seiner Familie nach Prag um.

1866 publizierte Sacher-Masoch seinen wohl bekanntesten Roman Venus im Pelz als Vorabdruck in der Zeitschrift Die Liebe - und schuf somit einen sexualpathologischen Diskussionsstoff, der ihn auch im Bereich der Psychologie bekannt werden ließ.
Wanda von Sacher-Masoch (geb. Angelika Aurora Rümelin) geboren 1845 in Graz, gestorben um 1906, nahm als Sechsundzwanzigjährige Briefkontakt zu Sacher Masoch auf. 1873 schließlich kam es zur Heirat zwischen den Beiden. Die Ehe war nicht sonderlich glücklich, brachte aber Sacher Masoch dazu sie zur Protagonistin der "Venus im Pelz" zu machen, Sie lebten gemeinsam ua in Wien, Bruck an der Mur, Budapest und Leipzig. Inwieweit die "Venus im Pelz" biografisch ist entzieht sich der Geschichte, doch mimte sie sowohl in ihrer Ehe als auch in ihrer Literatur die Rolle der Grausamen Wanda von Dunajew. Sogar einen Sklavenvertrag unterschrieb Sacher Masoch. Schließlich wurde Sie von Masoch schuldig geschieden, nachdem sie mit ihrem Geliebten nach Paris gegangen war.
Es folgten weitere Beziehungen zu ebenso dominanten Damen.

Krafft-Ebing verwendete den Namen des Autors, um in seinem Standardwerk "Psychopathia sexualis" die uns so wohlbekannte Schmerzlust zu beschreiben. Es blieb aber lange Zeit die einzige kulturtheoretische Auseinandersetzung mit Sacher Masoch. Sein Gegenpart de Sade wurde dagegen wesentlich intensiver wahrgenommen und eine Vielzahl von Abhandlungen über ihn und dem Sadismus belegen dies ausreichen. Nach der schrittweißen Wiederentdeckung Sacher- Masochs ist seine Bedeutung mittlerweile anerkannt. Die längst fällige Auseinandersetzung damit erreichte in Graz 2003 als umfangreiche Hommage an den größten Sohn der Stadt mittels Ausstellungen, Konzerten, Performances, Filmvorführungen und Lesungen seinen Höhepunkt.

Dass sein Name von Krafft-Ebing als Kennwort einer sexuellen Perversion degradiert worden ist, hat ihn zeitlebens geschmerzt und ihm beruflich und gesellschaftlich sehr geschadet. Als kritischer Vielschreiber und eigenwilliger Charakter taten sich seine Zeitgenossen schwer ihn korrekt wahrzunehmen. Sein Erfolg in Frankreich rief zudem die Neider hervor. Bereits zu Lebzeiten hatte er über einhundert selbständige Publikationen vorzuweisen.

Sacher Masochs Werk wurde leider auch sehr auf seine "grenzwertige Sexualität" reduziert. Sein "Vermächtnis Kains" etwa, seine "Judengeschichten" (1878 und 1881), seine "Polnischen Ghettogeschichten" (1886) und vor allem sein großer Roman "Der neue Hiob" (1878) lohnen sich allemal Platz in jeder Bibliothek zu erhalten.
Sacher-Masoch starb am 9. März 1895 in Lindheim (heute ein Stadtteil von Altenstadt/Hessen, Deutschland).