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Annie Sadeau (23.09.1954- 22.01.2005)- Ein Nachruf

Ein Mensch wurde aus dem Leben gerissen,
ein Mensch der mir Nahe stand,
ein Mensch der selbst ein schweres Leben hatte,
ein Mensch der anderen so viel Freude schenkte.

Annie Sadeau ist am 22.01.2005 nach schwere Krankheit im Kreise ihrer Familie gestorben.
Ich lernte Annie 2001 kennen, als Sie mir ihr Skript von "Belladonna" zusandte. Aber noch mehr als ihr tolles Buch, faszinierte mich diese kleine Person mit ihrem nuancierten Humor und ihrer Liebe zur Kunst.
Daraus entwickelte sich rasch ein reger, freundschaftlicher Mailverkehr und nach und nach eine künstlerische Freundschaft und tiefe, persönliche Verbundenheit.
Annie war schreibwütig... vielleicht sogar schreibsüchtig. Dort konnte sie in Worte fassen, was sie beschäftigte aber nie Teil ihres realen Lebens wurde. Wenn Sie über ihre Ideen sprach, funkelten ihre Augen und es sprudelte nur so aus ihr heraus und dann wurde aus dieser kleinen Frau etwas Großes.

Annie Sadeau ist das Pseudonym für diesen Teil ihres Ichs. Ihren richtigen Namen wird vielleicht einmal die Zukunft verraten... ich werde es nicht tun.
Ich schätzte Annie als feinfühligen Menschen, der das Zwischenmenschliche spüren und in Worte fassen konnte.
Annie konnte sofort fühlen ob sich in Dingen Kunst oder Profanität verbarg. Ihr Blick auf meine Bilder war mir wichtig, weil sie sie verstand.... weil sie sie lesen konnte.
Daher bat ich sie auch die Laudatio auf meine erste öffentliche Foto- Ausstellung zu halten. Das war am 19. Januar 2002, also fast genau 3 Jahre vor ihrem Tod.

2003 nahmen wir dann ein großes gemeinsames Werk in Angriff. "Die 8 Todsünden" sind als multimediales Kunstwerk angelegt und verbinden Literatur (Annie), Musik und Fotografie und es war sogar geplant dieses Werk in irgendeiner Form aufzuführen.
Schon damals kündigten die ersten Vorboten ihr Schicksal an. Gesundheitlich angegriffen versagte ihre Stimme und Sie konnte ihre so geliebten Lesungen nicht mehr halten. Vor Weihnachten sahen wir uns das letzte Mal und suchten gemeinsam die Fotos für die Illustration der "8 Todsünden" heraus.
Noch war etwas von ihrer Kraft zu spüren, aber der schwarze Mann hatte seine Krallen bereits tief in sie geschlagen.
Leider hat sie das Erscheinen der "8 Todsünden" nicht mehr erleben dürfen. Es erscheint posthum und dann werde ich das letzte Mal etwas neues von ihr in meinen Händen halten.

Was uns bleibt ist die Erinnerung an ihr Lächeln und an ihre Werke.

In der Laudatio schrieb Annie:
"Ein Mensch ist das was bleibt, wenn er alles abgibt...
ja, dann und nur dann besteht die Möglichkeit auf der Grundsubstanz Mensch das Gefüge des eigenen Ichs aufzubauen."


Annie hat nun alles abgegeben, ... und ich bin dankbar, dass ich sie kennen durfte.
Viele Menschen begleiteten sie auf ihrem letzten Weg. Der Friedhof war verschneit. Nach Tagen des schlechten Wetters brach sich jetzt die Sonne ihren Weg durch die Wolken und wärmte die Rinde des alten Baumes der ihr Grab bewachen wird.
Es hätte ihr gefallen...

Woschofius


Das Interview mit Annie Sadeau
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