(John Alexander Scott Coutts)
John Willie wurde als John Alexander Scott Coutts am 9.12.1902 in Singapur geboren. Seine Eltern waren britischer Herkunft und schon bald wuchs er in England auf. Ab 1930 lebte er in Australien und dort brachte er sich auch selbst das zeichnen bei. 1940 siedelte er nach New York um und gründete sein erstes Bondageprojekt- das BIZARRE Fetisch Magazin.
Zwischen 1946 und 1959 erschienen 26 Ausgaben, die sich mit dem Thema Fetisch in allen Ausprägungen befassten. Das Gesamtwerk umfasst beinahe 2000 Seiten und ist mittlerweile wieder als Reprint erhältlich. Die Gesamtausgabe von Bizarre kann getrost als die erste Bibel der Szene gelten. Viele Artikel behandeln das Thema „Erziehung“ und „Bodymodifikation“. Willie hatte auch einen starken Faible für Wespentaillen, Korsetts und hohen Schuhen.
Eine Besonderheit von BIZARRE waren die Leserbriefe, die einen großen Teil einnahmen. Dort erzählen Menschen von ihren Sehnsüchten und Erlebnissen. Diese Artikel waren sehr beliebt, da zum ersten Mal Fetischisten öffentlich zu ihrer Neigung standen und den Lesern Mut machten ebenfalls zu sich selbst zu stehen. Viele Fotos und Zeichnungen komplettierten die Zeitschrift.
Eigentümlicherweise erschien als erstes der Band 2. Band 1 wurde erst nach dem 13 Band veröffentlicht. Die Gründe hierfür sind unbekannt.
Seine wohl bekannteste Figur die er erschuf war „Gwendoline“. Dieses Comic wurde bereits mehrfach verfilmt. Hier zeichnete Willie zum ersten Mal sehr real und inspirierte damit andere Zeichner wie zum Beispiel Eric Stanton.
Einige seiner Zeichnungen wurden zensiert und selbst sein Verleger Irving Klaw zwang ihn sichtbare Striemen mit Kleidung zu übermalen.
Er arbeitete auch viel für Privatleute, so dass viele Zeichnungen leider nie veröffentlicht wurden und verschwunden sind.
1961 erkrankte Willie an einem Gehirntumor der ihn zwang seine Arbeit aufzugeben. Er zerstörte sein gesamtes Archiv und kehrte nach England zurück.
Dort starb der „Master of Bondage“ am 5. August 1962 in Guernsey.



