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Und jetzt der zweite Teil der Geschichte:

Leas Tagebuch

29. Februar
Ist es nicht witzig? Ausgerechnet an einem Datum, dass sich nur alle vier Jahre wiederholt, soll ich zum ersten Mal meinem Meister begegnen!
Ich bin aufgeregt, sehr aufgeregt. Ich hatte Glück, ihn zu finden. Obwohl ich mir lange nicht sicher war, ob sog. Internetbekanntschaften vertrauenswürdig sind. Doch ich halte mich für clever genug, die Spreu vom Weizen trennen zu können. Wir haben uns im Chat näher kennen gelernt, und er ist mir sympathisch. Das Ganze ist eine Geschichte ohne Netz und doppelten Boden, dessen bin ich mir bewusst. Aber gerade dies verschafft mir den Kick! Ob er sehr streng zu mir ist?
Mit Günter und mir hätten die Spiele niemals funktionieren können. Wir gehören beide zu den devoten Menschen. Ich hätte ihn keinesfalls schlagen können, und er, der keiner Fliege etwas zuleide tun kann, hätte auch meinen Körper, den er geradezu vergöttert, unmöglich traktieren können. Ich freue mich aber auf den scharfen Sex, den wir miteinander haben werden, wenn wir unsere zusätzlichen Bedürfnisse erfüllt haben!

1. März, am Morgen danach

Der Meister ist traumhaft! Nie hätte ich gedacht, dass er so viel Sorgfalt auf die Vorbereitung verwendet, um die perfekte Kulisse zu schaffen!
Über den Ablauf der Begrüßungsrituale sind wir uns über den Chat schnell einig gewesen. Ein Vertrag sei nicht vonnöten, meint er. Wozu auch? Er wird mir schon nichts Schlimmes tun. Er behauptet, dass sein Name in der Szene bekannt sei. Ergo, kann er sich keinen Ausrutscher erlauben. Günter werde ich in dem Glauben lassen, ich sei vertraglich abgesichert. Kleine feine Notlüge. Was soll`s?
Günter hat seinen ersten Besuch bei seiner Lady ebenfalls hinter sich. Er ist zufrieden und ausgeglichen. Wir hatten guten Sex! Und ich bin weder neugierig, noch eifersüchtig!
Zurück zu Meister Kornelius:
Er öffnet mir die Wohnungstür. Ich stellte mich mit Namen vor. Er deutet eine leichte Verbeugung an, begrüßt mich mit Handkuss als seinen Gast und führt mich ins Innere seiner Wohnung. Der Meister (übrigens ein schöner Mann! Groß, dunkelhaarig, sehr aufrechte Haltung, ähnelt einem englischen Lord) bietet mir ein Gläschen Prosecco an, ich lehne dankend ab. Seine Manieren sind perfekt!
„Entledigen Sie sich doch bitte Ihrer Kleidung. Ich habe etwas für Sie bereit gelegt.“
Alleine im winzigen Umkleidezimmer denke ich daran, dass diese Rituale, die ich mir gewünscht habe, irgendwann, nach zahllosen Wiederholungen, erst an Bedeutung gewinnen werden. Ich liebe Wiederholungen! Das Vertraute daran, das Berechenbare, vielleicht der Gegenpol zu meinem etwas flatterhaften Wesen. Ich habe Herzklopfen!
Bin etwas enttäuscht, als ich die Kleidung anlege, die er für mich ausgewählt hat. Keine aufregenden Dessous, kein BH, kein Slip. Lediglich ein Paar halterlose beige Strümpfe, schwarze Pumps, eine weiße Bluse mit Lochstickerei, ein karierter Rock in Grüntönen und ein dunkelgrüner Blazer.
Ich ziehe mich um. Die Sachen passen. Ich warte.
„Treten Sie ein!“ vernehme ich eine Befehlsgewohnte harte Stimme. Nichts mehr von zuvorkommender Höflichkeit zu hören!
Sobald ich die Tür passiert habe, greift er mich von hinten, umfasst meinen Körper und setzt mich unsanft auf einen Stuhl. Der Meister trägt Uniform, Keine, die mir bekannt ist. Er schwingt bedrohlich einen Gummiknüppel vor meiner Nase. Der Raum ist perfekt eingerichtet. Klobiger Schreibtisch, eine alte Schreibmaschine, diverse verstaubte Akten, an der Wand das überlebensgroße Porträt eines grimmig drein blickenden Mannes. Ich bin erleichtert, in den Gesichtszügen weder Adolf, noch Fidel Castro, noch Saddam zu erkennen. Ich bin in einem beliebigen fiktiven diktatorischen Staat irgendwo auf der Welt gelandet und werde als Denunziantin behandelt. Ich spüre ein erregendes Kribbeln, gemischt mit leichter Furcht, in meinem Bauch aufsteigen.
Der Meister ist zum „du“ übergegangen. Wir sind im Spiel.
„Gestehe deinen Verrat, kleine Schlampe!“ Er fuchtelt noch immer mit seiner Gummikeule vor meinem Gesicht herum. Irgendwie beschleicht mich das ungute Gefühl, er könne wirklich zuschlagen.
„Ich sage kein Wort!“ spiele ich das Spiel mit.
Seine Stimme wird lauter, sie dröhnt in meinen Ohren.
„Verrate mir die Namen deiner Drahtzieher! Wir haben fünf unserer besten Männer verloren dank euerer Intrigen! Los, gestehe!“
Ich zittere am ganzen Leib. Es ist mir fremd, angebrüllt zu werden.
„Ich habe nichts zu sagen!“ Meine Stimme zittert ebenfalls.
„Gut!“ brüllt Meister Kornelius „Ich habe andere Methoden, dich zum Reden zu bringen!“
Er zieht mich unsanft vom Stuhl und schiebt mich, die Spitze seines Knüppels fest an mein Rückgrat gepresst, nach nebenan. Ein schwarzes Zimmer! Nur durch den Schein unzähliger Kerzen erhellt.
„Los! Vorwärts, kleine Schlampe!“ Ich stolpere vorwärts bis zu der steinernen Wand, an der hier und da silbern glänzende Haken und Ösen befestigt sind.
„Zieh deine Jacke aus!“ Als ich nicht gleich gehorche, schlägt mir der Meister leicht mit seiner Keule an die Oberschenkel. Es tut nicht weh, die bedrohliche Geste verfehlt allerdings nicht ihre Wirkung. Gehorsam entledige ich mich des Kleidungsstücks.
„Deine letzte Gelegenheit! Gib die Namen preis!“
„Ich denke nicht daran.“ Mein Stimmchen ist dünn geworden.
„Wie du willst!“
Er zieht ein Paar Handschellen aus seinem langen Mantel und fesselt meine Hände.
„An die Wand!“ Wieder ein Zögern. Wieder ein Schlag auf meine Schenkel. Diesmal etwas schmerzhafter.
Er kettet mich an. Mit erhobenen Armen stehe ich da, ausgeliefert. Was wird er als Nächstes tun? Noch ist die Neugierde stärker als die Furcht.
„Ich werde dich lehren, meine Befehle zu befolgen!“
Mit einem Ruck reißt der Meister den grün karierten Rock herunter, mit einer zweiten, brutalen Bewegung reißt er die Bluse in Fetzen. Die Knöpfe spritzen in alle Himmelsrichtungen. Verdammt, das war heftig! Doch ich fühle deutlich, wie meine Erregung wächst.
Meister Kornelius dreht mich um, mit dem Bauch zur Wand. Die Ketten an meinen Händen überkreuzen sich, da ihre Enden beide in einer Öse eingehängt sind.
„Zum letzten Mal! Gib mir die Informationen!“
Ich schüttele den Kopf.
„Wie du willst!“
Dann treffen die ersten Peitschenhiebe auf meinem nackten Hintern auf. Sie sind erträglich. Er schlägt vier- fünfmal zu, dann tritt eine gespenstische Ruhe ein. Ich versuche, über meine Schulter hinweg nach ihm zu schauen.
„Gesicht zur Wand! Mach die Beine breit!“
Ich gehorche. Der feste Griff seiner Hände hilft ein wenig nach. Dann fühle ich den kalten Gummiknüppel zwischen meinen Schenkeln. Er berührt zunächst meine Schamlippen, dann, durch erhöhten Druck, gräbt er sich die Keule zwischen den Falten ein. Sie wird vom Meister sanft hin- und herbewegt.
„Das gefällt dir wohl, kleines Flittchen?“ Des Meisters Stimme klingt höhnisch, sarkastisch. Der Knüppel erwärmt sich, an seinem sanften Gleiten erkenne ich, dass ich eine Menge Vaginalsaft produziere.
Auch der Meister hat es bemerkt.
„Macht dich das geil, du Miststück?“
Ich nicke.
„Ich will eine Antwort!“ brüllt der Meister „Also, macht dich das geil?“
„Ja“, hauche ich, kleine helle Blitze zucken durch meinen Körper.
„Das heißt: Ja, großer Diktator!“
„Ja, großer Diktator“, wiederhole ich folgsam.
„Umdrehen!“
Ich stehe vor ihm mit nacktem Unterleib, in zerrissenen Strümpfen, mit offener Bluse. Die Handschellen schmerzen.
„Sehr schöne Titten“, schmeichelt er mit sanfter Stimme und streichelt sie mit der Spitze seiner Koppel. Die Brustwarzen werden groß und steinhart.
Dann lässt der Meister einige Male die Peitsche über meine Brüste sausen. Es schmerzt immer nur kurz, aber relativ heftig.
Anschließend streichelt er sie sanft mit seinen knochigen Fingern, spielt leicht mit den Nippeln und sagt: „ Das reicht für heute. Hast du gut gemacht, Mädchen. Zieh dich an.“
Ich kleide mich an, in meinem Kopf dreht sich alles. Es war gut! Verdammt gut! Viel besser, als sich meine Fantasie es hätte ausdenken können.
Meister Kornelius erwartet mich im Vorzimmer. In Zivilkleidung. Unnahbar. Wie bei meinem Eintreffen nimmt er auch jetzt keine Notiz von meinem erotischen Styling. Er sieht mir geradewegs in die Augen.
„Ein paar private Worte, Frau Neuberger. Ich denke, es klappt mit uns beiden. Wenn Sie einverstanden sinnt, dass unser Spiel in kleinen Bereichen variiert, damit der stets gleiche Ablauf etwas an unbekanntem Reiz gewinnt, könnten wir beide durchaus passable Sessions veranstalten.“
Ich erkläre mich einverstanden, zahle die geforderte Summe. Es ist nicht wenig. Für gerade mal eine halbe Stunde.
„Darf ich mich von Ihnen verabschieden?“ Verbeugung. Das Ritual. „Beehren Sie mich bald wieder, gnädige Frau.“ Ich reiche ihm meine behandschuhte Hand. Er küsst leicht meine Fingerspitzen, öffnet die Eingangstür.
So, das war`s also. Ich bin so scharf auf Sex, dass ich platzen könnte. Ein paar Mal habe ich mir gewünscht, er würde mir den Knüppel rein stecken. Bumsen mit Knüppel gehört nicht zu den Tabus der Abmachung, die Günter und ich getroffen haben!
Ich will heute Abend gefickt werden! Mich überkommt eine Gier, alle Löcher gestopft haben zu wollen. Im Mund eine reife Banane, einen Dildo im Hintern und der heiße Schwanz meines Mannes im triefenden Loch!
So ein Mist! Schon acht Uhr dreißig! Ich muss zur Arbeit!

4. April
Einen Monat lang habe ich diesem Tag entgegen gefiebert. Die Zeremonie ist die Gleiche, identische Klamotten, nur die zerrissenen Strümpfe und die Bluse wurden durch Neue ersetzt. Das gleiche Büro, der gleiche strenge Meister. Im Folterkeller jedoch hat der Meister eine Überraschung eingebaut. Er steckt die Spitze seines Gummiknüppels in meine nasse Muschi und klammert meine Nippel mit Gewichten, die aussehen wie bleierne Hüpfkreisel. Fühlt sich gut an. Seine Schläge sind insgesamt etwas heftiger, aber gut auszuhalten. Er will wohl meine Grenzen austesten. Keine Blessuren wie Striemen oder blaue Flecke sind zurück geblieben.

3. Mai
Wieder im Grunde das gleiche Schauspiel. Es wird durch jede weitere Wiederholung erregender, prickelnder. Obwohl ich die Abfolge kenne. Oder vielleicht gerade deshalb, weil ich weiß, was auf mich zu kommen wird. Diesmal ist mir jedoch aufgefallen, dass der Meister fast voller Hingabe an meinen Nippeln gedreht hat, nachdem er sie mit festen Schnüren umwickelt hatte, so dass sie prall und spitz nach vorne ragten. Ich glaubte, dass ich mit dem Gesicht zur Wand stehend, kurz seine Finger anstelle des Gummiknüppels an meiner triefend nassen Spalte gefühlt habe. Es ist ein verrückter Wunsch, aber ich will diesen Mann spüren! Weiß nicht wie, zumal ich diese mündliche Abmachung mit ihm getroffen habe. Ich glaube, obwohl er sehr professionell seinen Job macht, ist er geil auf meinen Körper! Wie gesagt, es ist nur so ein Gefühl. Günter braucht nichts davon zu wissen.


31. Mai
Denise hat angerufen. Wollte wissen, wie es mir geht. Zum ersten Mal, seit wir uns kennen, war ich nicht in der Lage, meiner Freundin eine ehrliche Antwort zu geben. Irgendwie sind Freunde und Bekannte so weit weg. Selbst meine Kinder, irgendwo in einem fremden Land. Mit Günter verbindet mich im Moment auch nichts weiter als extrem ausgefallener Sex. Ich gehe ihm aus dem Weg, bin schweigsamer als sonst. Das ist mir schon bewusst. Ihm scheint es nichts auszumachen. Er ist total locker drauf, seit er regelmäßig seine Lady besucht, und unsere Bettnummern sind um einige neue Facetten bereichert worden. Wir bumsen wie die Tiere, kratzen und beißen, erforschen gegenseitig unsere Analzonen, spielen mit Rasierschaum und Negerküssen, bemalen unsere Körper und ficken in jedem Zimmer, zu jeder Zeit, gerade, wenn uns der Sinn danach steht.
Was soll ich Denise also sagen? Ich liebe Günter wie am ersten Tag? Schmalzig! Unser Intimleben könnte besser nicht sein? Plattitüde! Oder soll ich ihr sagen: Immer, wenn mein Mann mich fickt, oder reizt, denke ich an Meister Kornelius und bekomme wesentlich mehr Orgasmen als in der gesamten Zeit unserer Ehe? Echte! Keine Vorgetäuschten!
Also täusche ich stattdessen bei meiner Freundin Stress vor. Muss dringend noch etwas für`s Geschäft erledigen. Kleine Notlüge. Denn in der Bank kommen sie auch prima ohne meinen Halbtagsjob zurecht. Aber ich muss Denise wohl bei Laune halten. Verabrede mich mit ihr im Cafe.
Der Meister hat sich gestern eine neue Variante ausgedacht, die unser übliches Ritual nicht nur verändern, sondern einmal neu gestalten würde. Er fragte mich nach unserer gelungenen Session, ob ich nicht Lust dazu hätte, während der Sommermonate in freier Natur zu spielen. Natürlich habe ich Lust! Ich tue alles, was er sich wünscht. Wirklich, ich würde alles für ihn tun! Er berührte mich gestern intensiver als sonst, streichelte nicht mehr mit seinem Schlagstock, sondern mit den Fingern. Er spielte kurz an meiner Klit, steckte, wie zufällig zwei Finger tief in mein Loch. Alles nur flüchtig, wie im Vorübergehen. Aber ich wünsche mir, dass diese Handlungen fester Bestandteil unserer Begegnungen werden! Ich brauche es! Der Meister hat gestern so sehr mit der Peitsche zugeschlagen, dass heute noch Striemen zu sehen sind. Ich habe die Blessuren vor Günter verbergen können. Es macht mir nichts aus, wenn ich so heftig gepeitscht werde, wenn ich danach nur des Meisters Finger an meinem Körper spüren darf!

28.Juni
Die Sonne scheint.
„Sind Sie bereit?“ fragt Meister Kornelius, nachdem wir die offiziellen Begrüßungszeremonien hinter uns gebracht haben.
Ich antworte: „Ja, ich bin bereit.“
„Darf ich Sie zu meinem Wagen führen?“ Ich bejahe auch diese Frage.
Er nimmt meinen Arm, ganz Gentleman, und führt mich hinaus zu seinem parkenden Fahrzeug.
Ich muss hinten sitzen. Als wir die Stadt verlassen haben, hält er kurz an, um meine Hände zu fixieren und meine Augen zu verbinden. Ich lasse es geschehen. Innerlich aufgewühlt zittere ich dem Unbekannten entgegen. Während der Fahrt erklärt mir der Meister den Inhalt unseres Spieles in knappen Sätzen. Ich bin einverstanden.
Nachdem er meine Augenbinde gelöst hat - das grelle Licht blendet mich, obwohl der Wald schattig ist- wirft er mir ein Kleiderbündel zu.
„Ziehen Sie das an und warten Sie an der Lichtung, bis ich Sie rufe.“ Er verschwindet im Unterholz.
Ich stehe und warte. Das leichte Sommerkleidchen, ein knielanges, dünnes Fähnchen, entspricht nicht unbedingt meinem Geschmack. Ich mag keine geblümten Stoffe. Zudem friert es mich, denn die Luft ist trotz intensiver Sonneneinstrahlung noch recht frisch. Ich trage flache Sandaletten, die mit langen Bändern bis zur Wade geschnürt werden. Ein unscheinbares Mädchen vom Lande. Es scheint eine Ewigkeit zu dauern, bis ich die Stimme von Meister Kornelius vernehme. Ich folge ihr, stolpere über Wurzeln, reiße mir an stacheligen Gewächsen die Füße auf, Äste schlagen mir ins Gesicht. Streckenweise kann ich nur gebeugt laufen. Dann teilen sich die Büsche, ich befinde mich auf einer Lichtung, die zu einer Reihe hoher, schlanker Fichten führt. Ich sehe den Meister nicht, gehe einfach weiter, an den ersten Bäumen vorbei. Plötzlich und völlig unerwartet taucht er hinter mir auf, wirft mich zu Boden, indem er über mir kniet, fixiert er mich mit seinen Beinen. Er ist schwer. Sieht bedrohlich aus in seinem langen Mantel, mit den hohen Springerstiefeln.
„Hab ich dich erwischt, kleine Schlampe! Wo kommst du her? Hä? Sag es mir! Du warst wieder bei deinem Liebhaber! Miststück! Glaubst du, ich hätte den Betrug nicht bemerkt? Jetzt ist Schluss mit den Heimlichkeiten! Los, steh auf!“
Ich zittere vor Angst. Verdammt, das ist so authentisch! Viel mehr noch als unser Denunzianten-Ritual.
Er zieht mich auf die Beine, schubst mich vor sich her.
„Sieh mich nicht an, du Hure!“ Ich senke den Blick zum Boden.
Meister Kornelius fixiert mich an einem der Stämme. Aus dem Augenwinkel sehe ich, dass er das Seil, mit dem er meine Hände gebunden hat, durch eine am Baumstamm befestigte Schlaufe führt. Ich stehe mit dem Rücken zu ihm, breitbeinig, in der gleichen Position wie in seiner Folterkammer. Im Prinzip gleichen seine sadistischen Handlungen denen, die ich gewohnt bin. Nur, dass sich in meinem Inneren ein besonderer Nervenkitzel breit macht. Was, wenn uns jemand zusieht? Dieses Gefühl, vielleicht erwischt zu werden, heizt meine Stimmung um ein Vielfaches an, so dass ich kaum wahrnehme, wie hart mich der Meister ran nimmt.
Mir scheint, als sei lediglich eine Viertelstunde vergangen, seitdem wir unser Spiel spielen, als der Meister bereits das Ende ankündigt.
Er hat mich nicht mit seinen Händen berührt. Die Haut auf meinem Hintern brennt von den Schlägen mit der Reitgerte.
Die Fahrt bis zur Stadtgrenze verbringe ich wiederum im Fond des Wagens, fixiert, mit verbundenen Augen.
Als Meister Kornelius mich schließlich befreit, schaut er mich eine Weile an.
„War es diesmal nicht zu Ihrer Zufriedenheit, Frau Neuberger?“
Kann er Gedanken lesen?
Ich lüge: „Doch doch, alles Bestens.“
„Sind die Schläge zu heftig?“
Zweite Lüge: „Nein nein, ist schon in Ordnung.“
Und dann, nach einer Weile Bedenkzeit, ich fühle mich tatsächlich beschissen:
„Ich möchte öfter zu Ihnen kommen.“ Jetzt ist es raus! Augenblicklich geht es mir besser! Obwohl es nur die halbe Wahrheit ist. Aber ich kann ihm nicht sagen: „He, ich bin geil auf deinen Körper, ich will, dass du es mir besorgst. So heftig wie nur möglich.“ Nein, ich kann das nicht aussprechen.
Er begleitet mich in seine Wohnung. Höflich und zuvorkommend, wie das Ritual es vorsieht, und wir machen Termine aus.
Herrje, ich verstricke mich in einem Netz von Lügen! Warum?

12.Juli
Wir waren wieder im Wald. Es ist etwas passiert. Es wird wohl meine Schuld sein, dass es geschehen ist. Der Meister, bzw. der gehörnte Liebhaber, den er spielt, hat bemerkt, dass ich gefickt werden will. Ohne, dass ich ein Wort darüber verloren hätte. Als ich mit dem Bauch zum Baumstamm stehe, mit Bondageseilen am Stamm fixiert, hört er plötzlich auf, meinen Hintern mit der Reitgerte zu traktieren und rammt mir seinen Schwanz hinein. Er hat es brutal getan, ohne Gefühl. Mein Bauch reibt am kratzigen Baumstamm. Als ich schreien will, presst er seine Hand auf meinen Mund. Doch das ist nicht so schlimm. Das halte ich aus. Das Merkwürdige an der Sache ist, dass er entgegen unserer Abmachung in meine Intimsphäre eingegriffen hat. Ich meine nicht das Vögeln. Etwas weit Schlimmeres ist passiert.
Ich höre plötzlich so ein merkwürdiges Geräusch, als er noch dabei ist, in mich hinein zu stoßen. Und dann fühle ich es! Seine freie Hand hält wohl eine Schere! Und diese Schere macht sich in meinem Haar zu schaffen. Ich fühle, wie mir die langen, weichen Locken, eine nach der anderen, über die Schultern gleiten. Leblos, gebrochen, für immer verloren.
Er hat mich verstümmelt! Und ich habe einen solch heftigen Orgasmus bekommen, dass ich dachte, sterben zu müssen. Was soll ich nur tun? Was sage ich meinem Mann?


Günter und ich schauen uns an. Wir lesen synchron und unterbrechen an der gleichen Stelle. Mir ist übel. Günter zittert, seine Augen schimmern verdächtig feucht.
„Verdammt, Denise! Wenn ich den Typ zu fassen kriege….!“ Doch seine Stimme bricht, noch ehe der Satz beendet ist.
„Lass es uns zu Ende bringen, Günter.“
Wir lesen Leas vorletzten Eintrag.

6. Juli
Wir sind wieder in Meister Kornelius Haus. Es regnet draußen. Mit meinem geschorenen Kopf passe ich perfekt in das Büro des Diktators. Ich habe ihm verziehen, dass er mir das angetan hat. Denn irgendwie scheint er mich doch zu mögen. Vielleicht hat er vor, meinen Körper nach seinen Wünschen zu gestalten. Während unseres Empfangsrituals ist er sehr höflich, fast zärtlich besorgt. Er entschuldigt sich fortwährend für seine Entgleisung im Wald. Ich traue mich nicht, zu fragen, ob er damit das Vögeln oder den Haarschnitt meint.
Plötzlich lege ich gar nicht mehr so viel Wert auf das Büro-Ritual. Ich kann es kaum erwarten, seine Härte zu spüren.
Nach der rituellen Folter bindet der Meister mich plötzlich los, streift mir die restlichen Kleidungsstücke ab und legt mich rittlings auf einen mit Leder bezogenen Bock.
„Du willst es, hab ich recht?“
Ich weiß, was er meint und nicke.
„Sag mir, dass du es willst, dass du danach gierst, kleine Schlampe.“
„Ja, ich bin begierig darauf, großer Diktator“, antworte ich brav. Er verbindet meine Augen, fixiert meine Hände. Ich weiß nicht, was er alles in meine Öffnungen stopft, manchmal fühlt es sich kalt, manchmal heiß an, doch am Ende ist es wieder sein Schwanz, der wie wild in mich hinein pumpt. Ich glaube, ich bin süchtig. Ich habe Angst, weiß nicht wovor. Vor ihm? Vor mir selbst? Habe nachts Alpträume. Günter meint, ich hätte mich verändert. An meine kurzen Haare kann er sich nicht gewöhnen. Ich habe ihn angelogen, als ich ihm erzählte, es sein meine freie Entscheidung gewesen, zum Frisör zu gehen und mein Äußeres zu verändern.

Leas letzter Eintrag ist kurz und verwirrend


9. August
Kann nicht mehr schreiben. Fühle mich beobachtet. Wenn der Meister es erfährt, nimmt er mir das Letzte weg.
Ich fürchte mich und kann nicht aufhören! Ich will, dass es zu Ende geht! Nein, es soll nicht zu Ende sein!!! Niemals! Ich brauche ihn so sehr!

Teil 3 demnächst...