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Das Konzert

Nachdem das Orchester in einem Chaos von Tönen ihre Instrumente ein letztes Mal gestimmt hatte, rückten die Musiker ihre Stühle und Notenständer zurecht um sich selbst nochmals zu sammeln, bevor das Konzert begann.
Auch das Publikum richtete sich gespannt auf und wurde still. Ab und an kroch ein Räusperer oder ein leichtes Husten durch den Saal und selbst diese verstummten, als das Licht langsam dunkler wurde. Die Wände und das Publikum verschwanden in der sich ausbreitenden Dunkelheit und zwang alle Sinne sich auf die Bühne zu konzentrieren.
Auf eine Zeichen des Dirigenten hin, stand das Orchester in perfekter Synchronität auf und dann betrat SIE die Bühne.
Der zu erwartende, rauschende Beifall setzte ein und mit einer leichten und stolzen Verbeugung bedankte Sie sich für den warmen Empfang. Ihre Verbeugung hatte nichts unterwürfiges an sich, sondern sie war die Geste einer Königin, die ihr Volk begrüßte.
Nein, nicht Sie musste dafür dankbar sein, dass das Publikum fast hundert Euro bezahlt hat um SIE spielen zu hören, sondern jeder Einzelne spürte die Gnade, die sie dem Publikum erwies.
Ergriffen faltete ich meine Hände über meinem Herzen und ich spürte das dunkle, wilde Pochen in meinen Lebensadern.
Dann erreichte sie den vorderen Bereich der Bühne, warf ihre langen schwarzen Haare mit einem entschlossenen Schwung nach hinten und setzte die Geige an.
Völlige Stille trat ein.
Ich hatte einige Sekunden Zeit sie, in dieser Pose verharrend, zu betrachten.
Wie immer war sie aufregend angezogen und brach damit das schwarz in schwarz gekleidete Orchester auf.
Sie trug einen kurzen, tiefroten und eng anliegenden Rock und ein dazu passendes Oberteil, dass ihren Bauchnabel frei ließ und ihre Brüste betonte. Das Oberteil war hochgeschlossen mit einem kragenlosen Abschluss und ärmellos. Schwarzglänzende Nylons überzogen ihre ebenmäßigen, schlanken Schenkel mit einem weichen Schimmer und ihre kleine Füße steckten in offenen Pumps die einen Blick auf ihre herrlichen Zehen freigaben.
Ein wütender Stampfer mit ihrem rechten Fuß unterbrach mein Taxieren und die ersten Takte des „Frühling“ nahmen mich in ihren Bann.
Vivaldi.
Ihr Körper wurde zur Geige und verschmolz mit der Stradivari. Der Geigenkörper zeichnete ihre zarte Gestalt nach, ... Ihren Po, die Beugung ihrer Hüfte, bis zum Ansatz ihrer wohlgeformten Brüste.
Zwei Linien in vollkommener Kongruenz.
Mit leicht gespreizten Beinen stand sie ganz vorne an der Bühne und schaute auf uns herab.
Ich fühlte mich wertlos und nichtig, als mich ein durchdringender Blick ihrer großen, dunklen und so geheimnisvollen Augen traf. Ich senkte den Blick, als sich ihre kräftigen Wimpern unwillig verengten.
Mein Blick musste ihre aufgefallen sein, ... und er schien ihr nicht zu gefallen.
Hatte ich mich zu weit vorgewagt?
Hatten meine Blicke die Königin beleidigt?
Ich versuchte meine Augen von ihrem leicht asiatisch wirkenden Gesicht abzuwenden.
Ich konnte das Muskelspiel ihrer Oberschenkel bewundern, dass sich unter den Nylonreflexen ihrer Strümpfe abspielte. Ich stellte mir vor, wie sie mich mit ihren kräftigen Schenkel bezwingen würde, ... wie sie mir die Luft aus der Brust presste, um sich dann an meinem wehrlosen Körper zu befriedigen.
Ich schloss meine Augen und nahm meine herrliche Angst tief in mich auf.
Nein, ich getraute mich nicht ihr noch einmal in die Augen zu schauen, aus Furcht wie Lots Frau zur hilflosen Salzsäule zu erstarren.
Mittlerweile hatte Sie auch den „Sommer“ in gleichmäßiger Perfektion beendet und begann mit den ersten orgiastischen Klängen des „Herbst“.
Ich hörte, wie sie sich von mir entfernte und öffnete meine Augen einen kleinen Spalt.
Ihr wildes Haar flog umher und derwischgleich, wie eine Tänzerin schwebte sie in ihrem Geigenspiel über die Bühne, jeder Schritt voller Grazie und Macht.
Wie gerne würde ich jetzt unter ihr liegen und ihre spitzen Absätze auf meinem Körper spüren, ... jeder Tritt eine Musiknote,... jeder Schmerz eine Harmonie.
Als das Stakkato des Herbstes beendet war, musste ich meine Krawatte lösen. Alles um mich herum drehte sich und ich bekam keine Luft mehr.
Ein einsamer Stuhl wurde auf die Bühne gebracht und Sie setzte sich mit leicht geöffneten Schenkel darauf. Ihre Nylonstrümpfe schimmerten verführerisch, ... besonders dort, wo sie unter dem kurzen Rock verschwanden.
Wie gerne wäre ich jener Stuhl gewesen, nur um ihren Geruch nach Schweiß und Lust einatmen zu können, während sie ihren Po auf meinem Gesicht rieb. Unwillkürlich benetzte ich meine Lippen mit der Zunge und fast war es mir, als ob ich sie schmecken könnte.
Sie wippte dreimal mit dem Fuß und dann warf sie erneut ihr virtuoses Spiel in den weiten Raum.
Einer ihrer Füße wippte im Takt und mein Blick blieb auf ihren kleinen, zarten Zehen hängen.
Sie waren dazu bestimmt von meinen Lippen und meiner Zunge liebkost zu werden. Meine Zunge würde vorsichtig über sie gleiten, um sich dann zwischen Sie zu drängen.
Wie sie wohl schmecken würde?
Währenddessen wurde ihr Spiel wieder wilder. Im grellen Scheinwerferlicht sah ich die ersten Schweißperlen, die wie kleine Sternschnuppen zu Boden tropften oder wie die Gischt einer brechenden Welle davonstob.
Voller Konsequenz führte sie den Geigenbogen über die Saiten, ... wie eine Gerte, die meinen Hintern striemte, ... wieder und wieder, ... um ihre Lust auf meine Haut zu zeichnen.
Dann war es vorbei.
Mit einer leichten Verbeugung verließ sie die Bühne, wie sie sie betreten hatte.
Benommen stand ich auf und taumelte aus dem Saal an die frische Luft.
Tief sog ich die Reinheit der Nacht in mich auf, ... und ich war glücklich.

Für Vanessa Mae