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Titel: „Belladonna“ Autor: Annie Sadeau ISBN: 3-931521-04-5 Preis: 17,90€ Seiten/Fotos: 155/1 Format: Brochur, 122x205mm |
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Zusammenfassung:
Der Buch enthält fünfzehn zusammenhängenden Geschichten, in deren Mittelpunkt eine junge Frau steht, die in physischer, geistiger und sexueller Hinsicht eine radikale Wandlung erlebt. Die souveräne, strenge Geschäftsführerin einer Werbeagentur lernt auf einem Führungsseminar Dominik, eine starke, dominante Persönlichkeit kennen. Dieser, setzt es sich in den Kopf, die so selbstsicher wirkende Frau in sexuelle Abhängigkeit zu bringen. Das anfängliche Sträuben und Aufbäumen Belladonnas weicht immer mehr einer fast selbstlosen Hingabe für ihren Herrn und Gebieter. Es ist ein langer Weg, auf dem Belladonna versucht, einerseits Sklavin zu sein und andererseits Dominanz über ihre jungfräuliche Sekretärin oder über Dominiks Zofe auszuüben. Dominanz und Demut, Widerstand und Strafe spannen einen prickelnden Bogen, der, sprachlich, stilistisch und in der Beschreibung der erotischen Szenen, den Leser neugierig macht. Am Ende trifft der Leser Belladonna nach mehreren Jahren wieder. War Dominik nur eine kurze Etappe in ihrem Leben oder die Erfüllung eines Lebensziels?
LESEPROBEN
Rezension: Erstlingsroman auf hohem erzählerischem Niveau
Der Buch-Verleger und Herausgeber der Literaturzeitschrift EREMITAGE, Peter Valentin, leitete das 54. Treffen des Literatur-Clubs "Forum Literatur Ludwigsburg". Thema des Abends im Ludwigsburger "Ratskeller" war der erst kürzlich erschienene Roman "Belladonna" von Annie Sadeau. Die Esslinger Schriftstellerin Anna Romas las Passagen des erotischen Werks, der sich auf literarischem Weg dem Sadomasochismus nähert. Zu Beginn ging Peter Valentin, der die Lesung mit anschließender Diskussion leitete, weit in die Geschichte des Genres zurück, das mit Namen wie Marquis de Sade oder auch Leopold Ritter von Sacher-Masoch schon etlichen bekannt ist.
Weit ab von den Aufklärungswellen einer Beate Uhse oder eines Oswald Kolles sieht Valentin die literarische Auseinandersetzung mit dem Sadomasochismus. Auch weibliche Autoren setzten sich schon früher mit diesem Thema auseinander wie zum Beispiel Gräfin Agnes Eszterházy oder eine Berühmtheit der Szene der 30er- Jahre, Edith Cadivec. Gratwanderung Die Schriftstellerin Anna Romas, die mit tief-sonorer Stimme, leicht osteuropäischem Akzent, aber vor allem mit einem pikant rollenden "R" Passagen aus Sadeaus Roman vorträgt, entschuldigt sich zu Anfang ihrer Lesung für ihre Auswahl. Sie habe dabei eine Gratwanderung begehen müssen, um allzu empfindliche Gemüter durch zu harte Szenen zu schonen. Für die interessierten anderen wolle sie aber zumindest einen Hauch der sadomasochistischen Erotik transportieren. So subtil wie die Vortragende selbst nähert sich auch die Autorin dem noch tabuisierten Thema. Das beginnt bereits mit dem Pseudonym unter dem sie schreibt, bestimmt aber auch die Herangehensweise ihrer 15 Episoden. Im "Prolog im Parkhotel" wird die weibliche Hauptfigur aus der Perspektive ihres späteren dominierenden Partners vorgestellt. Er beschreibt die fremde Frau im Hotel, die sofort seine Aufmerksamkeit erregt. Eine distinguierte, edle Erscheinung mit Haaren wie "flüssiges Gold". Völlig introvertiert, ständig mit ihren Unterlagen beschäftigt, eine, wie man später erfahren kann, erfolgreiche Werbeleiterin einer Zeitschrift namens Belladonna. Angesichts der selbstbewussten Aura der Frau, der Art, wie sie gewohnt ist eine Heerschar von Mitarbeiter zu leiten, phantasiert Dominik die Unterwerfung dieser Frau. Und so beginnt eine langsame Verwandlung der "Chefin eines florierenden Verlages" in eine Dienerin und Sklavin. "Belladonna", so wird sie von ihrem zukünftigen sadistischen Gespielen genannt, unterliegt dessen suggestiven Ansprachen. Sie bringen sie aus ihrer gewohnten Souveränität. In der anschließenden Diskussion kommen Fragen bezüglich der Thematik des "Sadomasochismus" auf. So zum Beispiel diese, ob es sich bei dieser erotischen Spielart, die ja mit Unterwerfung, Erniedrigung und Dominanz zu tun habe, nicht auch Gewalttätigkeit mit im Spiel sei. Zwischen psychischer Abhängigkeit oder aber gegenseitiger Lustvereinbarung pendelten die Beurteilungen des "Forum Literatur Ludwigsburg" hin und her. Wichtiger als die Einschätzung des Themas an sich ist es jedoch, auf welche Weise, wie differenziert und psychologisch nachvollziehbar, die Autorin Annie Sadeau sich diesem Thema annähert. Und da war sich dann die überwiegende Mehrheit einig, dass sich die Autorin mit ihrem Erstlingsroman auf einem erzählerisch hohen Niveau befindet. Melanie Axter/ Bietigheimer Zeitung


